Dienstag, 12. Juli 2011

Globale Erwärmung, Treibhauseffekt, CO2-Emissionen, Ressourcenschwund – ja was denn nu?

All diese Begriffe, denen in Deutschland die Menschen schon überdrüßig werden, sind in Tansania vielen Menschen noch gänzlich unbekannt. Da muss was getan werden, so dachten wir zumindest. Doch wie könnten wir möglichst viele Menschen erreichen und in Sachen Klima aufklären? Gut, da waren ja schon die alten Village Presentations, bei denen aber immer primär die tolle Technik, die unsere Schule anbietet vorgestellt wurde. Dass man damit das Klima schützt, das hatte man vielleicht noch gehört, aber warum und was das Klima überhaupt ist, das wusste man nicht so genau.

Also Aufklärung musste her und wo geht das besser als in den Schulen? Das dachten wir uns und hatten den Plan ein Programm auf die Beine zu stellen, mit dem wir an die umliegenden Schulen gehen. Nach einigem hin und her mit irgendwelchen Büros, die für die Schulen verantwortlich sind und nach komplizierten Terminplanungen mit einer Secondary School war es dann endlich soweit. Wir bekamen zwei Vormittage um knapp 300 Schülern der Luganga Secondary School die Botschaft unseres Freiwilligenjahres mit auf den Weg zu geben.
Geübt hatten wir schon ein wenig mit den Schüler des Erneuerbare Energien Departments bei uns an der Schule, nämlich auch wenn sie den Studiengang hier belegen bedeutete das noch lange nicht, dass die Schüler auch wissen, warum Erneuerbare Energien nötig sind. So sind einige unserer Schüler aus allen Wolken gefallen, als sie über die Folgen des Klimawandels und den Ressourcenschwund aufgeklärt wurden. Plötzlich wurde der Ausbildung noch ein neuer Sinn hinzugefügt.

Aber nun zurück zu unserem Schulprogramm. Wir hatten nun nicht wirklich viel Zeit um ausgiebig auf jedes einzelne Thema einzugehen. Trotzdem war es uns wichtig einen möglichst großen Überblick über die Themen zu geben. So teilten wir unser Programm in zwei Bereiche. Der eine war zum Klimawandel mit seinen Folgen, sowie zum Treibhauseffekt und die Rolle des CO2. Der zweite Bereich war zum Thema Energien und Ressourcen und speziell die Aufgabe von erneuerbaren Energien, wofür wir extra unser Solar und Windpräsentationssystem mitgebracht haben. Besonders sind wir dabei immer auf die Rolle jedes einzelnen Schülers eingegangen und haben zum Beispiel die Abholzung in Tansania zum Thema gemacht und die Fragestellung, wie jeder einzelne etwas an der Situation verändern kann. Wichtig war es uns in allen Fragen immer so anschaulich wie möglich zu erklrären und deutlich zu machen, dass wir alle in einem Boot sitzen.
Damit die Inhalte möglichst gut überkamen haben wir die Gruppen soweit geteilt wie es eben möglich war, sodass wir jeweils 2 Gruppen parallel am ersten und am zweiten Tag unterrichtet haben. 

Als näheres Beispiel bot sich der Kilimanjaro immer gut an, denn auch auf dem Kilimanjaro wird das Eis jedes Jahr dünner. Das wussten die meisten. Dazu kamen die Berichte der Alten, die da lauten: „Früher... da war es viel kälter und es regnete viel mehr“. Jaja, früher war alles besser, das kennen wir ja auch. Aber diese Aussagen zeigten, dass an diesem Klimawandel doch was dran sein muss und die Schüler begannen sich ihre Gedanken zu machen und gut zuzuhören.

Nach dem Unterricht konnte man dann auch auf dem Pausenplatz hören: „Ich werd meinen Alten überzeugen, dass wir uns ein Solarsystem holen.“ Ob es dazu wirklich kommt mag ich bezweifeln. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass wir in den wenigen Stunden, in denen wir zusammen waren neue Gedankengänge eröffnet haben und für eine Problematik sensibilisiert haben, über die vorher praktisch noch nicht nachgedacht wurde. Eine großer Erfolg! Ein tolles Programm. Nur schade, dass wir erst so spät damit angefangen sind. An Schulen in der Umgebung mangelt es nicht und erst recht nicht an Menschen, die immer noch rumlaufen und keine Ahnung haben, warum der Regen bald nicht mehr reichen könnte um die Ernte einzufahren. Nur verrückt, dass die Menschen hier an der Misere eigentlich so wenig anteil haben, aber wir Klimasünder trotzdem herkommen und etwas von Ressourcenschonung erzählen wollen. Trotzdem geht es uns alle was an und ich hoffe, dass unsere Nachfolger das Programm in irgendeiner Form aufnehmen können. Denn Raphael fährt am Donnerstag und für mich bleibt noch einiges zu tun, bis ich in einem Monat um diese Uhrzeit wieder im alten Bünde bin.

1 Kommentar:

  1. Hallo Bastian,
    Das hört sich nach einen guten Ansatz an, und ich hatte auch schon mal so einen Gedanken gehabt. Also ich würde gerne, wenn ich mich mit der Sprache eingelebt hat, dieses Projekt auch weiterführen.. Noch eine schöne Restzeit, Veronika

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