...der Basti schreibt mal wieder aus Tansania. Ich komme blogmäßig zwar noch aus der „HALBZEIT“-Pause, doch bin ich praktisch schon in der Endphase. Viel ist passiert in den drei Monaten, doch hatte ich nie diesen „Aha-das-muss-ich-jetzt-berichten“-Effekt, wie vielleicht noch im ersten halbem Jahr. Der Alltag hat sich eingeschlichen. Alles was neu war ist vertraut geworden und die Tage waren meist ausgefüllt, sodass mir die Idee eines Blogeintrags zu selten kam und wenn, dann fehlte mir das Thema. Noch verbleiben genau zwei Monate in dem Land, das ich lieb gewonnen habe, dann wartet wieder das alte, neue Leben auf mich, das ich schon fast ein wenig fürchte, aber auf das ich mich auch riesig freue. Heute will ich aber nochmal kurz von meiner letzten Reise mit vielen Fotos berichten. In den letzten drei Monaten habe ich nämlich auch meinen kompletten Jahresurlaub verbraten. Im April war ich unterwegs mit Freundin und Familie und habe versucht möglichst viele Eindrücke zu teilen. Heute schreibe ich aber von meiner letzten Reise Ende Mai.
Mein Plan war es in 2 Wochen Resturlaub Ostafrika zu bereisen und zudem hatte mich schon seit langem der Wunsch gepackt mal wieder ein Flugzeug zu besteigen. Ein Segelflugzeug war nun nicht aufzutreiben, so wurde letztendlich auf einen Motor zurückgegriffen. Lange geplant und erspart ging es so Ende Mai endlich los. Nachdem ich mit dem Bus Dar es Salaam erreicht hatte ging es am nächsten Morgen zusammen mit Lenny zum Flughafen um eine Cessna zu besteigen und einen ausgiebigen Flug über Sansibar, Tanga, Arusha, Serengeti bis Mwanza (siehe Karte) genießen zu können. Ich habe dann auch gleich am Anfang den Co-Piloten-Sessel abestaubt, sodass ich auf meine Kosten kam und endlich mal wieder einen schönen Flug genießen konnte, auch wenn mit störenden Motorgeräuschen. Bei den ganzen Zwischenlandungen wurden immer wieder Passagiere ein- und ausgeladen und ich freute mich jedes Mal über Start und Landung. Aus der Luft haben wir die beschäftigte Metropole Dar es Salaam, sowie die Traumstrände Sansibars beobachten können. Weiter ging es vorbei am höchsten Berg Afrikas, dem Kilimanjaro, Vulkanen, dem Ngorongoro Krater mit der höchsten Wildtierdichte Afrikas. In der Serengeti haben wir dann im Tiefflug die weltbekannte Wanderung der Zebras, Büffel und Antilopen beobachten können, die sich über Kilometer in Ameisenstraßen durch die Serengeti reihten, bis dann irgendwann der größte afrikanische See Lake Victoria vor uns auftauchte und wir in Mwanza landeten (Bilder siehe Dia-Show).
Nach einem weiterem Tag Kampala ging es dann im Nachtbus wieder in der alten Dreiergruppe nach Ruanda, genauer nach Kigali. Ruanda und Kigali haben mich dabei nachhaltig beeindruckt. Ruanda ist ein sehr sauberes und augenscheinlich gut organisiertes Land. Alles ist auf Fortschritt ausgerichtet. An allen Ecken wird gebaut. Es gilt als absolut sicher bei Tag und bei Nacht und die Menschen sind anders als in Tansania stolz auf ihr kleines Land mit der höchsten Bevölkerungsdichte Afrikas, bei kaum Bodenschätzen. Geführt wird das kleine Land von Präsident Kagame, der seid dem schrecklichem Genozid 1994 die Macht hält und überall seine Finger drin haben zu scheint. Korruption steht unter harter Strafe und scheint es praktisch nicht zu geben. Die Geschichte des Genozids 1994 haben wir im beeindruckenden Genozidmuseum in Kigali genauer kennengelernt. Über eine Millionen Menschen sind in diesem kleinen Land auf die unmöglichsten Arten abgeschlachtet worden und alles unter den Augen der Weltöffentlichkeit und der UN. Nachdem ich das Museum verlassen habe hatte ich genug für den Tag. Es zeigte die Menschheit hat aus der Nazizeit noch nicht gelernt und Genozide sind bis heute noch möglich. Selbst in Europa während der Balkankrise oder im Vietnam haben Genozide noch in jüngerer Geschichte unglaublich viele Opfer gefordert. Das Museum ist ein beeindruckendes Mahnmal, aus dem man lernen muss.
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