Dienstag, 22. Februar 2011

Bergfest auf Mt. Rungwe

Am 19. August letzten Jahres habe ich das letzte Mal deutschen Boden berührt, danach ging es für mich los nach Tansania, wo neue Erfahrungen auf mich warten sollten und wo ich jetzt schon ziemlich genau ein halbes Jahr lebe. Doch bevor ich jetzt anfange ein Halbzeitresümee zu ziehen will ich erstmal berichten, wie ich mein Bergfest verbracht habe und verschiebe das mit dem Resümee auf den nächsten Eintrag.

Am letzten Wochenende haben wir uns nämlich aufgemacht nach Tukuyu um mal wieder eins unserer mittlerweile etablierten „Süd-Connection-Treffen“ mit den Kyela-Freiwilligen (kurz Kyelaboys) Jan und Jonas abzuhalten. Zur Erinnerung in der Vergangenheit waren wir schon zusammen am Lake Nyasa und im Ruaha Nationalpark. Diesmal war aber Tukuyu dran. Tukuyu ist laut Reiseführer der regenreichste Ort Tansanias und liegt sehr weit im Süden, schon fast wieder am Lake Nyasa (Malawisee sagen nur Touris). Die Vegetation hier ist sehr anders als bei uns. Es stehen unzählige Bananestauden rum und es ist alles unglaublich grün. Außerdem wird sehr viel Tee angebaut, aber das gibt es ja nun bei uns auch.


Wir haben es uns auf jeden Fall mal wieder richtig gut gehen lassen und ein super Hotel bezogen, dass uns sogar mit einer HEIßEN! Dusche versorgen konnte. Da stand ich dann auch erstmal unverhältnismäßig lange drunter, zumal ich unter einem richtigen Strahl stand. Jetzt fragt man sich vielleicht: Heiße Dusche in Afrika? JA! Gerade bei uns in Mafinga, aber auch in Tukuyu, dass mit 1500m auch noch relativ hoch liegt ist die Luft gar nicht so warm und da freut man sich über so einen Luxus schon mal doppelt. Aber eigentlich lockte uns ja die Umgebung von Tukuyu mit einigen echt schönen Naturhighlights.


Für den Samstag (19.08. also genau ein halbes Jahr nach Abreise) haben wir uns den Mt. Rungwe ausgesucht. Mit 2960m war das schon ein schöner Berg und sollte mit einer Tagestour zu erklimmen sein. Dann haben wir uns auch schon am Morgen mit einem Guide in Mitten von Tee- und Avokado- Plantagen aufgemacht. Als dann die Felder aufhörten ging es in einen richtigen Regenwald, wie man ihn sich vorstellt. Mit riesigen Bäumen, Lianen, seltsam anmutenden Pflanzen, Affen, abenteurlichen Wegen, viel Feuchtigkeit und einem Bachlauf mit kristallklarem kaltem Bergwasser, das für eine leckere Erfrischung gut war. Je höher wir kamen, desto mehr veränderte sich die Vegetation. Irgendwann liefen wir durch einen Bambuswald immer einem kleinen Weg entlang, andere Menschen haben wir an diesem Tag nicht getroffen. Der Bambuswald lichtete sich dann auch und die Landschaft wurde Heideähnlich. Mit der Höhe veränderte sich aber nicht nur die Vegetation, sondern der Pfad wurde auch immer steiler und der Gang beschwerlicher. Da hatte ich die Besteigung vorher doch ein wenig unterschätzt. Zusammen mit meinem Durchfall ging es zeitweise echt schleppend voran. Aber am Ende haben wir dann auch die Heidelandschaft durchbrochen und haben nach ca. 4,5 Stunden den Gipfel erreicht und nach Guideangaben ca. 1300 Höhenmeter erklommen. Beim Aufstieg deutete sich schon an, dass uns oben ein grandioser Ausblick erwarten sollte, leider waren aber die Wolken rund um den Berg zugezogen, sodass uns der freie Blick aufs Tal verwehrt blieb. Mir blieb aber das schöne Gefühl den Berg bestiegen zu haben und hier oben mein persönliches Bergfest zu haben. Außerdem gingen wir noch zu einer Kraterkante, denn der Berg war früher mal ein Vulkan. Der Ausblick in den alten Krater war wirklich beeindruckend. Den Abstieg machten wir dann im Schnelltempo und ich wunderte mich, wie viel Steigung wir doch zurückgelegt hatten und wie schnell die Vegetationsstufen wieder an mir vorbeizogen. Am Ende waren wir froh wieder im Hotel zu sein und haben uns ein gutes Essen gegönnt. Danach fielen nachdem wir 2600 Höhenmeter an einem Tag hinter uns gebracht haben auch alle müde in ihre Betten. Den Berg habe ich übrigens mit meinen neuen Wandertstiefeln erklommen, die ich hier auf dem second-hand Markt für gut 15€ gekauft habe. Die Schuhe sind noch super in Schuss und nach Internetrecherche neu gut 200€ wert. Verrückt, was die Europäer alles so wegschmeißen.


Am Sonntag musste es dann auch schon wieder nach Hause gehen. Vorher stand aber noch die „daraja la mungu“ (Die Brücke Gottes) und der „cooking pot“ auf dem Programm. Beide Sehenswürdigkeiten lagen an einem Fluß, der auch am Mt. Rungwe entspringtm in einem alten Lavabett und waren idyllisch gelegen und entspannt auch nach der Vortagestour anzusehen. Der cooking pot ist im Prinzip ein rundes Loch in dem ein Fluß brodelnd und tosend verschwindet um zwei Meter weiter aus dem Boden wieder aufzusprudeln. Das war wirklich ein interessanter Ort und beeindruckend, wie die ganzen Wassermassen sich ihren Weg bahnten.


Die daraja la mungu ist eine natürliche Steinbrücke über den Fluß, hinter der auch noch ein kleiner Wasserfall abfällt. Auch ein sehr schöner beeindruckender und entspannender Ort!


Anschließend haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht und sind am Sonntag Abend wieder in Mafinga angekommen. Es war mal wieder ein sehr schöner Ausflug und beeindruckend was die Natur Tansanias alles zu bieten hat. Ein wahrlich passender Ort für das Bergfest. Den Halbzeitbericht gibt es dann im nächsten Eintrag.

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