Dienstag, 30. November 2010

Village Präsentation die Erste

Wie beim Bau der Windräder haben wir auch für die Verbreitung dieser und anderer Produkte unseres Departments große Ziele. 10 sogenannte Village-Presentations (Dorf Präsentationen) sollen in unserem Jahr durchgeführt werden. Dafür haben wir extra einen Plan aufgestellt und letzte Woche stand endlich die erste Präsentation an. Was so eine Village-Presentation (im Weiteren kurz: VP) überhaupt ist, welchem Zweck sie genau dienen soll und wie unsere erste abgelaufen ist möchte ich jetzt erklären.

Etwas verallgemeinert gesagt stellen wir bei einer VP in Dörfern, die für gewöhnlich keine Aussicht auf einen Anschluss an das Stromnetz haben,  Möglichkeiten der unabhängigen Elektrifizierung vor. Das heißt hauptsächlich Möglichkeiten der Nutzung von Solarenergie und jetzt beginnend auch vermehrt von Windenergie. Darüber hinaus werden aber auch Öfen ausgestellt, die dabei helfen den Holzbedarf drastisch zu senken, da für gewöhnlich immer noch das klassische Dreisteinfeuer zum Kochen verwendet wird, bei dem einfach ein Topf auf drei Steine gestellt wird unter dem dann das Feuer brennt. Dabei geht die meiste Wärme einfach verloren. Natürlich stellen wir die Sachen nicht nur vor, sondern versuchen sie auch zu verkaufen.

Unsere Ziele dabei sind wie schon gesagt vielfältig. Zum einen ist natürlich der Gedanke des Klimaschutzes allgegenwärtig in unserer Arbeit, wozu die Verbreitung von erneuerbaren Energieformen beiträgt. Aber in der Realität fehlt oft das Bewusstsein für Klimaschutz, weshalb wir versuchen auch bei den VP dieses Bewusstsein zu schaffen. Aber selbst wenn es vorhanden ist, lässt der große Anschaffungspreis einer Solaranlage den Idealismus doch schnell schrumpfen, was wir ja auch zu gut kennen.  Das tolle ist für die Menschen, dass sie Strom in Regionen bekommen können, in denen trotz Ausbau des Stromnetzes auf Jahre klar ist, dass sie keinen Anschluss bekommen werden. Gerade, sobald es heißt man kann auch einen Fernseher betreiben, sind die meisten Leute hin und weg. Außerdem ist natürlich auch immer unser Ziel das Renewable Energy Department unserer Schule mal in Schwung zu bringen und kleine Gewinne einzutreiben, damit hier die Motivation steigt und wir auf diesem Wege die Verbreitung sauberer Energieformen vorantreiben können.


Aber nun zu unserer ersten VP: Letzte Woche Samstag sind wir zusammen mit dem RE-Lehrer Erick, Mr. Maseleka, drei Schülern und einer ganze Menge Gepäck in ein kleines Dorf gefahren. 2 Stunden haben wir uns dafür auf Sandpisten immer weiter von der Hauptstraße entfernt. 2 Stunden immer weiter weg von einem Zugang zu Strom. Angekommen wurde erstmal auf einen Mann gewartet, der uns dann empfangen hat und wir duften uns noch ins Gästebuch des Dorfes eintragen. Ob der Mann so was wie ein Bürgermeister ist weiß ich aber nicht. Anschließend haben wir uns dann noch ein wenig gestärkt, bevor wir dann angefangen haben erstmal alles aufzubauen. Schon beim Aufbau waren wir von vielen Menschen umringt, die uns interessiert zugesehen haben. Zu meiner Überraschung war ihnen Photovoltaik aber schon vertraut. Und wir haben im Dorf auch zwei Dächer gesichtet, die schon mit einem Modul ausgestattet waren. Aufgebaut haben wir ein Art Präsentationshaus, auf dem oben das Panel liegt, dass dann mit Laderegler und Batterien verbunden ist, wie es in der Praxis Anwendung findet. Dazu dann noch ein paar Verbraucher, wie Lampen, ein Radio, ein Rasierer, um zu zeigen, dass es funktioniert und was alles möglich ist. Außerdem haben wir vier Öfen aus unserer Palette der feuersparenden Öfen aufgebaut. An einem kleinen Windrad zur Präsentation bauen wir momentan noch, aber das soll dann auch bald mit zu den Präsentationen.

Bei der eigentlichen Präsentation haben Raphael und ich dann aber vorerst eine passive Rolle eingenommen. Wir haben zwar schon Vorstellung davon, wie so eine Präsentation vonstatten gehen soll, aber wir wollten erst mal beobachten, wie die alten Hasen ihr Handwerk beherrschen. Und Mr. Maseleka hat das zusammen mit Erick dann auch super gemacht, soweit wir das beurteilen können. Gegenfragen an das Publikum haben gezeigt, dass Holz sparen wirklich wichtig ist, da die Vorräte in der Umgebung des Dorfes schon sehr erschöpft seien und so wurde sehr interessiert auf die Öfen geschaut. Trotzdem wurde keiner verkauft. Knackpunkt bei den Solarprodukten war meistens der Preis.  Der Preis für ein richtiges Solarsystem übersteigt bei weitem die Möglichkeiten der meisten Dorfbewohner, die nur von Feldwirtschaft leben. So kam es auch, dass wenn die Preise genannt wurden das Interesse schnell nachließ. Problematisch ist gerade, dass erst ein großes System als wirklicher Gewinn gesehen wird, weil man damit einen Fernseher betreiben kann. Der Ersatz der Öllampen im Haus hingegen wird nicht wirklich als notwendig anerkannt, da die schon seit Jahren ihre Arbeit verrichten. Trotzdem ist Solarlicht rein rechnerisch günstiger und zudem sicherer, da es immer wieder zu Bränden durch die Kerosinlampen kommt. Ich denke diesen Punkt zu erklären sollte die Aufgabe bei der nächsten Präsentation sein. Außerdem waren viele an den kleinen Solarmodulen zum Laden von Handys interessiert. Leider hatten wir nur eins mit zum Vorführen. Da müssen wir beim nächsten Mal auch auf jeden Fall nachlegen.


Die nächste Präsentation ist auch schon für übermorgen angesetzt. Dann  wollen wir uns mal ein wenig mehr einsetzen und auch mal ein Produkt verkaufen!

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