Montag, 16. August 2010

Das Vorbereitungsseminar

12 Tage Vorbereitung vom 30.07. bis zum 10.08 bei artefact in Glücksburg liegen hinter mir. In dieser Zeit habe ich sehr viel gelernt über Kultur, erneuerbare Energien, Gesundheit u.v.m. 12 Tage voller Erlernten und Eindrücken in einen Eintrag zu packen ist eine ganze Menge, weshalb ich hier leider nur eine Bruchteil mit euch teilen kann:


Vor dem Vorbereitungsseminar standen für mich Fragen über Fragen, die mich beschäftigt haben und auch Sorgen bereitet haben. Gesundheit, Sicherheit, Unterbringung, Aufgaben und vieles mehr, alles Themen, die noch mit Fragezeichen versehen waren. Außerdem wollte ich die Gruppe noch besser kennenlernen, denn nach einer Woche Sprachkurs kannte man dann alle doch noch nicht so gut.

Zu Beginn des Seminars haben wir viele Einheiten gemacht, um uns auf unser Jahr mental vorzubereiten. Das Konfliktverhalten wurde geübt und allgemeine Kulturmodelle wurden behandelt. Wir wurden in die Kulturschockphasen eingeführt, die uns wiederfahren können und auf Frustrationen vorbereitet u.v.m., worüber ich jetzt hier gar nicht so genau berichten kann.

Hendrik (links) und ich bei der Montage des Windrads in der Werkstatt
Außerdem wurden wir auf dem Seminar immer wieder von engagierten Ehemaligen unterstützt. Sehr interessant für mich und meine Einsatzstelle war der Besuch von Oli (mein Pate), Nils, Hendrik und Daniel, die während unserem Seminar bei artefact ein 12 Meter hohes Windrad aufgebaut haben, wie es mit tansanischen Mitteln auch aufgebaut werden könnte. Ähnliche Modelle wurden auch schon in Mafinga aufgestellt. Für uns war das eine super Gelegenheit schon mal zu sehen, wie so ein Windrad auszusehen hat und mitzuwirken. Zwar drehte sich das Windrad am Ende leider nicht so gut wie vorgestellt, trotzdem ist uns jetzt das Prinzip von Aufbau und Funktion klar geworden.

Drei unserer Vorgänger haben uns auch noch besucht, um uns auf Tansania vorzubereiten. Isa, Ole und Sophie sind praktisch direkt aus Tansania zu uns nach Glücksburg gekommen, ohne vorher lange Zuhause gewesen zu sein. Die drei haben uns sehr geduldig, des Öfteren auch vier Mal unsere Fragen beantwortet und durch ungewöhnliche Methoden die Lebensweise in Tansania aufgezeigt. Beispielsweise war eines Abends plötzlich der Strom „ausgefallen“, oder die Löffel für den Reis waren verschwunden, sodass wir mit den Händen essen mussten, oder wir wurden morgens mit lautester Musik geweckt. All dies um unsere Reaktionen zu testen und uns für unser Verhalten zu sensibilisieren. Außerdem gab es natürlich auch eine Menge Informationen aus erster Hand, direkt aus unseren Einsatzstellen und aus Tansania, wodurch meine Vorfreude immer weiter gestiegen ist.

Meine erste Belastungsprobe des Windrads
Trotzdem gab es während des Seminars auch einige Tiefpunkte, denn natürlich gibt es auch viele Risiken und Einschränkungen, die wir erfahren können/werden. Das Thema Gesundheit sorgt bei mir dabei immer für besonderes Unbehagen. Wenn man von verschiedenen Krankheiten und deren Auswirkungen hört wird mir und den meisten anderen unwohl, alle möglichen Sorten von Würmern und Tropenkrankheiten, wie Bilharziose oder Malaria. Der Umgang mit Krankheiten und die Möglichkeiten der Vorbeugung wurden uns aber gut vermittelt, sodass wir schon selber viel tun können. Außerdem sind die Mediziner vor Ort auf diese Krankheiten spezialisiert und können bei Erkrankung schnell helfen und die Rückkehrer haben auch nochmal vieles relativiert. Ein gutes Durchfallmittel darf aber nicht fehlen. Zu Malaria: Hier haben Raphael, meine Einsatzstellenpartner, und ich das Glück in Mafinga so hoch gelegen zu sein, dass es praktisch keine Malariamücken mehr gibt. Das Risiko in unserer Einsatzstelle ist also sehr gering und in den letzten Jahren ist auch nie ein Malaria-Fall in Mafinga aufgetreten. Trotzdem habe ich vorgesorgt und mir für die Zeit in der ich nicht in Mafinga bin ein gutes Prophylaxemittel besorgt, sodass ich hoffe um Malaria drum rum zu kommen. Wobei die Rückkehrer berichtet haben, dass Malaria bei richtiger Behandlung auch nicht mehr als eine Erkältung ist.
Das Thema Sicherheit wurde natürlich auch behandelt. In den letzten Jahren gab es immer wieder Überfälle auf Freiwillige der DTP in Tansania, teilweise auch mit Stichwaffen. Dabei ist aber nie jemand körperlich zu Schaden gekommen. Der Rat ist seine Wertsachen und das Geld, das man bei sich trägt einfach abzugeben, dann geben sich die Diebe meist zufrieden. Eventuelle sollte man auch immer 2-3€ in TShilling dabei haben, die man in einem solchen Fall schnell abgeben kann, dann laufen die Diebe auch schnell wieder weg. Außerdem sind solche Überfälle meist in Touristenregionen passiert. In dörflicheren Regionen, wie auch bei uns in Mafinga ist die Gefahr viel geringer, weil hier jeder jeden irgendwie kennt. Für mich ist es so, jetzt wo ich weiß, dass sowas passieren kann, ist die Angst davor viel geringer. Wie es dann in so einem Fall ist muss ich hoffentlich trotzdem nicht ausprobieren.

Sehr interessant für mich persönlich war auch das Thema Kritik am weltwärts-Programm und an Frewilligendiensten. Dabei habe ich nochmal ganz besonders meine Motivation hinterfragt und überlegt, ob das was ich tue auch wirklich einen Sinn hat. Darüber möchte ich aber nochmal gesondert berichten, da das hier den Rahmen sprengen würde.

16 Freiwillige + Tanja, die Geschäftsführering der DTP (rechts)
So, nun muss ich aber auch erst mal aufhören. Donnerstag geht mein Flieger um 15:25 ab Hamburg. Es bleibt also nicht mehr viel Zeit und es gibt noch das ein oder andere zu erledigen. Bevor ich fliege hört ihr aber nochmal von mir, es gab nämlich auch jetzt in den letzten Tagen noch wieder interessante Neuerungen für meine Anfangszeit in Tansania. Außerdem könnt ihr in der rechten Spalte noch ein Fotoalbum vom Seminar betrachten. Nun noch ein kurzes Fazit zum Seminar: gute Vorbereitung, Fragen beantwortet, interessante Diskussionen, viele Informationen, konkret, Sorgen gemildert, Vorfreude gesteigert, Motivation hinterfragt, Gesundheit gecheckt, tolle Gruppe, Solar, Windkraft
=> Auf eine gute Vorbereitung folgt ein gutes Jahr!

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