Freitag, 16. Juli 2010

Kiswahili Intensivkurs

Die wohl größte Herausforderung der Vorbereitung ist das Erlernen der Landessprache Kiswahili. Tansania ist eins der wenigen Länder in Ostafrika, deren Amtssprache nicht Englisch ist, weshalb der überwiegende Teil der Bevölkerung auch kein Englisch spricht. Umso wichtiger also, dass wir Freiwilligen Swahili lernen um uns vor Ort verständigen zu können.


Um uns die Grundlagen zu vermitteln stand nun vom 07.07. bis zum 14.07. die erste Intensiveinheit auf dem Programm. Eine zweite folgt nach unserer Ankunft in Tansania. Eine optimale Lernathmosphäre bot uns dabei eine Jugendherberge im kleinen Ort Mühlhausen in Thüringen, wo keinerlei ablenkenden Attraktionen zu finden waren. Außerdem blieben die Anfahrtswege für alle Teilnehmer im Rahmen. Spannend war es für alle auch dadurch, da man hier das erste Mal die 15 anderen Freiwilligen traf, die mit einem nach Tansania reisen werden. Und das Kennenlernen ging auch schon auf der Fahrt mit dem Zug nach Mühlhausen los. Ich hatte mich mit Jan verabredet, der in Herford wohnt und ebenfalls für ein Jahr nach Tansania geht. Wir haben uns in Herford am Bahnhof getroffen und sind zusammen losgefahren. Im Zug trafen wir dann noch Jans Stellenpartner Jonas. Und in Göttingen, wo wir umsteigen mussten waren wir auf einmal zu fünft. Man konnte es den Leuten irgendwie ansehen, dass sie dazugehören, obwohl man sie nicht kannte:-) Man kam sofort ins Gespräch und auch als wir dann endlich am Seminarhaus angekommen waren hat sich die Gruppe sofort gefunden und in der Woche hat man schnell alle Leute kennengelernt. Und ich freu mich jetzt schon aufs Vorbereitungsseminar in Glüksburg ab Ende Juli, wo wir uns alle wiedersehen.

Aber gelernt haben wir natürlich auch und das nicht zu knapp. Lars und Lotte waren unsere Lehrer. Die beiden waren vor 4 Jahren auch für ein Jahr mit der DTP in Tansania und haben sich super auf den Kurs vorbereitet. Uns wurde in der einen Woche praktisch die komplette Grammatik eingeflößt plus ca. 200 Vokabeln. Gerade die ersten drei Tage waren da extrem hart, da ich gar keine Vokabeln konnte und man erst mal die Grundstruktur der Sprache verstehen musste. Die Tage sahen immer so aus, dass es um 8 Uhr gemeinsam gefrühstückt wurde und um 9 ging der Unterricht los. Bis zum Mittag wurde dann fast ausschließlich frontal Grammatik eingepaukt. Wobei Lars und Lotte immer wieder Lockerungsübungen parat hatten, sodass die Konzentration hoch blieb. Mittags wurde gemeinsam gegessen und anschließend hatten wir 1,5 Stunden Mittagspause, in der wir uns ausruhen konnten und Vokabeln lernen mussten. Anschließend gab es meistens noch eine kurze Grammatikeinheit und dann Übungen und Spiele bis zum Abwinken. Zwischen halb 7 und halb 8 war dann meistens Unterrichtsschluss. Es gab was zu essen und wir haben meistens noch eine Runde Fußball gespielt um den Kopf freizubekommen. Ganz ohne Lernen blieben die Abende dann jedoch trotzdem nicht. Unvorstellbar, gerade für meine Lehrer, die mich in Französisch oder Englisch erleben durften. Aber die Motivation war einfach so hoch, da es für mich endlich mal einen richtigen Sinn ergeben hat Kiswahili zu lernen. Das ging nicht nur mir so und so saßen abends die Meisten auf ihren Hintern, um das Gelernte zu wiederholen und Vokabeln zu lernen, denn jeden Tag wurden wir mit Vokabellisten versorgt. Die Motivation und Ernsthaftigkeit der Gruppe hätte ich mir vorher nicht vorstellen können. Die Woche war wirklich intensiv und hat mit der Gruppe und dem Erfolg trotzdem Spaß gemacht.

Am Ende der Woche hatten wir dann wirklich was gelernt. Klar ging es beim einen schneller und beim anderen langsamer. Ich denke jetzt ist es wichtig, dass man das Gelernte auch wiederholt, damit es nicht genau so schnell wieder weg ist, aber eine super Grundlage ist gelegt. Ich hätte nie gedacht, was in einer Woche so möglich ist. Ich hätte aber auch nicht gedacht, wie anstrengend das Lernen sein kann! Umgerechnet in Schulhalbjahre haben wir in der Woche wohl durchgenommen, was in der Schule 2,5 Jahre ausfüllen würde. Jetzt geht es am 30.7. weiter mit dem 11-tägigen Vorbereitungsseminar in Glücksburg, bei dem uns dann noch viel über Kultur, Leute und Einsatzstelle beigebracht wird. Das Bahnticket ist schon gelöst und ich freue mich riesig darauf. Die Vorfreude auf Tansania steigt immer weiter. Der Abflugtag rückt näher… ihr hört von mir!

Kommentare:

  1. Umeshasoma Kiswahili? Nzuri sana! Ukienda Tanzania na unakijua Kiswahili watu ambao wanaishi hapa watafurahi sana.
    Usisahau kutembelea Zanzibar kwa sababu ni pahali pazuri!

    Tutaonana badai,
    Tobi

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  2. Ndiyo nimesoma Kiswahili na sasa ninakisoma nyumabani. Ninafurahi kusema na watu ambao wanaishi hapa pia na ninafurahi kusafiri kwenda Zanzibar. Lakini ninafikiri Mafinga ni pazuri pia.

    Baadaye, Basti

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