Mittwoch, 23. Juni 2010

Über meine Einsatzstelle

Hier habe ich auf der Homepage der DTP einen kurzen, aber sehr interessanten Artikel über eins der letzten Projekte gefunden, dass gerade in Mafinga, also meiner Einsatzstelle, abgeschlossen wurde. Hier könnt ihr und ich schon mal einen kleinen Eindruck gewinnen, womit ich vor Ort zu Tun haben werde:

Eine Schule in Tansania erntet Wind

Im südlichen Hochland Tansanias, umgeben von kleinen Dörfern, liegt das „Mafinga Lutheran Vocational Training Centre“ (MLVTC). Als weiterführende Schule bildet sie Schüler sowohl allgemein als auch in technischen Berufen aus. Sie lernen und arbeiten in verschiedenen Departments, die auf die jeweiligen Berufe spezialisiert sind.
Seit August vergangenen Jahres leben Robert und ich an dieser Schule und arbeiten im Renewable Energy Department. Ziel unseres Freiwilligenjahres ist es unter anderem, erneuerbare Energien in Dörfern einzuführen, denn ein Großteil der Landbevölkerung in Tansania lebt ohne Strom. Viele wünschen sich aber, Licht zu haben und beispielsweise ein Radio betreiben zu können.


Zusammen mit den Handwerkern und den Schülern versuchen wir nun, kleine Windräder zu fertigen und zu verkaufen.

Windenergie ist in Tansania ein noch relativ neues Gebiet und nicht so bekannt wie Solarenergie. Dennoch ist sie eine günstige Alternative zur Photovoltaik, die bei guten Windverhältnissen sogar mehr Ertrag erbringt und dadurch hier in der Hochebene großes Potential hat.

Zu diesem Projekt wurden bereits über die Jahre hinweg verschiedene Generatortypen getestet: Kleine Dynamos wurden ebenso ausprobiert wie modifiziere LKW-Lichtmaschinen. Die größten Erfolge hinsichtlich Wirkungsgrad und Nachhaltigkeit lieferte jedoch ein Generator, der komplett selbst hergestellt werden kann. Bis auf die Magneten kommen alle Teile aus Tansania:


Der Stator besteht aus zehn gewickelten Spulen (Bild 1, rechts), die anschließend in Epoxidharz eingegossen werden. Um diese drehen sich zwei Eisenplatten mit jeweils zwölf Magneten (Bild 2, links unten), welche von drei Repellerflügeln mit je
1,20m Länge angetrieben werden (Bild 3, unten). Diese rotierenden Magnete induzieren schließlich Spannung in die Spulen. Über Gleichrichter und einen modifizierten Solar-Laderegler kann man damit eine oder – je nach Wind – mehrere Autobatterien laden.


Im Januar diesen Jahres konnten wir einen wichtigen Erfolg verbuchen: Unser erstes Windrad wurde von einem tansanischen Privathaushalt gekauft!
Die größte Herausforderung dabei war es, zur besseren Windnutzung einen zwölf Meter hohen Turm für den Generator zu bauen. Die Materialien dafür waren Holzbretter und Baumstämme. Nach kurzer Planung und viel Schweiß nahm der Turm schließlich Gestalt an (Bild 4, links).


Auf diesen wurde anschließend mit Seilen und der Unterstützung einiger starker Hände der Generator (Bild 5, unten) gehievt.
Das fertige Windrad produziert nun 6 Ampère Ladestrom für eine 12V-Batterie, aus der dann Strom für Licht und Radio entnommen werden kann.
Auf diesen Erfolg wurde sehr lange hingearbeitet. Denn nicht immer wird ein Projekt sofort so angenommen und verwirklicht, wie man es sich vorgestellt hat. Nur durch unsere Vorgänger, die mit viel Motivation und Geduld diese Projektidee entwickelt und den Weg zum ersten Verkauf bereitet haben, war es möglich, ein von Tansaniern gefertigtes Windrad zu verkaufen.


Auch wir waren mit Schwierigkeiten konfrontiert, die bei der Kooperation mit der Schulleitung und mit unseren Mitarbeitern aufgetaucht sind. Das Sterben einer Kuh beispielsweise hat so weite Kreise gezogen, dass der Workshop für über eine Woche geschlossen wurde.
Oft sind solche Probleme schwer nachzuvollziehen. Aber es sind genau die Momente, in denen wir einen Einblick in die Kultur und Lebensweise in Tansania erhalten.


Nach diesem ersten Erfolg bleibt die ganze Sache natürlich nicht auf sich beruhen. Per Schiff wird im April eine größere Bestellung von Magneten geliefert, die für den Bau von 20 weiteren Generatoren ausreicht. Das Geld hat die Schule durch das verkaufte Windrad erwirtschaftet.
Bis April ist es aber noch eine Weile hin und diese Frist wird genutzt, um die restlichen Bauteile zu fertigen. So sind in kürzester Zeit weitere Windräder verkaufsbereit - denn an Bestellungen mangelt es hier im windigen Hochland wirklich nicht!

Quelle: http://www.dtpev.de/weltwaerts/296-eine-schule-in-tansania-erntet-wind

Man sieht es befindet sich alles noch in der Erprobungsphase, aber es zeichnet sich wohl ab, dass die Idee Windkraft in die Region um Mafinga zu bringen Zukunft hat und nachhaltig ist. Deshalb freue ich mich besonders bald Teil in diesem Projekt zu werden!

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