Dienstag, 21. Dezember 2010

Eine Kuschelpartie: Dalla-Dalla fahren

Eigentlich ist dieser Eintrag schon längst überfällig und am letzten Wochenende auf dem Heimweg von Iringa nach Mafinga wurde dann auch klar, jetzt ist der passende Zeitpunkt um diesen Eintrag zu schreiben.
ein kleineres, noch unterbesetztes Dalla

Das Dalla-Dalla ist das Nahverkehrsmittel überhaupt in Tansania. Dallas gibt es in den verschiedensten Formen, von kleinen „Neunsitzern“ bishin zu schon größeren „Bullis“, mit vielleicht 30 Sitzplätzen. Das Reisen mit ihnen ist meistens günstig. In Dar es Salaam z.B. kommt man zu allen wichtigen Orten für 0,12€ bis 0,25€, Schüler kommen oft gar mit 0,05€ davon. Hier bei uns in Mafinga kostet die 75km lange Fahrt bis Iringa 1,25€. Für gewöhnlich rechne ich hier die Preise eigentlich nicht mehr um und so eine Fahrt ist auch für uns schon eine Investition, aber wenn man sich die Preise mal wieder so vor Augen führt ist es schon erstaunlich.

Aber da nun auch hier die Benzinpreise an den Weltmarkt angepasst sind muss, wenn der Fahrpreis schon nicht so hoch ist, die Quantität den Gewinn einfahren und so werden die Dallas bis zum bersten gefüllt. Wenn wir z.B. hier in Mafinga in ein Dalla steigen wollen und sehen, dass die Sitzplätze noch nicht besetzt sind, so können wir gemütlich noch die vielen Stände begutachten und mit den Verkäufern schnacken, bevor wir dann ins Dalla steigen, denn bevor das Dalla nicht voll ist, wird auch nicht losgefahren. Der Busstendi in Mafinga ist auch schon für sich ein interessanter Ort, wenn auch oft nervig. Hier fahren den ganzen Tag über die großen Überlandbusse ein und aus. Dabei wird den Fahrgästen durchs Fenster und noch beim Fahren eigentlich so alles angeboten, was man sich nicht vorstellen kann. Von Radios, Kartoffeln, elektrischen Fliegenklatschen, Tee bis hin zu Socken und Unterhosen. Natürlich auch allerlei Leckereien, wie geröstete Maiskolben, Erdnüssen, Backwaren. Man wird als Fußgänger aber auch sofort versucht in einen der Busse oder dallas zu stecken und wenn es geht soll dabei natürlich auch noch ein höherer Preis verlangt werden. Dabei sind die Fahrgastfänger oft sehr penetrant und rauben ein wenig die Ruhe.

Wenn man dann im dalla sitzt sind die Fahrten meist sehr interessant. In einem normalgefüllten dalla sitzt in einer Reihe immer eine Person mehr als eigentlich hineinpasst. Wenn man dann noch eine der berüchtigten BigMamas in seiner Reihe erwischt, wird es mitunter schon sehr eng. Aber man gewöhnt sich an alles und so ist es dann eigentlich recht kuschelig. Mittlerweile habe ich mir auch schon die tansanische Reisehaltung angewöhnt und bin oft schon nach 10min im tiefen Dämmerzustand. Aber natürlich ist es nicht so, dass nur Menschen in einem Dalla Platz fänden, nein auch jede Menge Gepäck, im Kofferraum, auf dem Schoß, unter den Bänken, auf dem Dach, oder vorne am Scheibenwischer festgebunden. Der Kofferraum bleibt meist sowieso einen Spalt auf und wird mit einem Band am Scheibenwischer zugeschnürrt, weil entweder der Verschluß kaputt ist, einfach zu viel Gepäck drin ist oder beides. Witzig ist es auch immer, wenn sich auf einmal etwas unter seinem Sitz bewegt und ein Huhn plötzlich seinen Kopf aus einer Plastiktüte herrausstreckt, oder gar ausbricht und das halbe Dalla hinterher. Auch eine Ziege habe ich schon im Dalla entdeckt.

Aber warum kommt dieser Eintrag gerade jetzt. Damit wären wir wieder beim Heimweg gestern aus Iringa und dem absolut überfülltesten Dalla mit dem ich je mitgefahren bin. Wir waren schon ein wenig spät dran und so war dies auch schon das letzte Dalla für diesen Tag und wir mussten, wie viele andere Tansanier auch, dieses Kleinstdalla nehmen. Unsere Einkäufe wurden noch schnell auf dem Schoß der glücklichen Frauen auf dem Beifahrersitz vorne, dem Fahrraumboden, sowie den Kofferraum aufgeteilt und schon ging es rein in die Menschenmasse in dem kleinen Gefährt. Das dalla hatte ca. 15 Sitzplätze, aber gut 35 Mitfahrer und es ist auch nicht gerade so, dass die Sitzplätze großzügig proportioniert gewesen wären. Als wir einstigen waren die letzten Sitzplätze schon lange vergeben und wir quetschten uns zusammen mit den anderen Tansanien halb stehend, halb duckend irgendwo mit hinein. Dabei verliert man dann auch schon mal den Bodenkontakt mit den Füßen und schwimmt irgendwo im Fahrgastraum herum. Umfallen kann man ohnehin nicht und so lasse ich mich dann auch gerne einfach fallen um ein wenig vor mir hinzudösen, doch dann kommt ein unidentifizierbarer Ruf von ganz hinten, wir sollten alle mal einen Schritt nach vorne gehen, er würde sonst sterben. Nun Gut, leichte Übertreibung vielleicht, trotzdem ist es leichter gesagt als getan und so tut sich nicht viel, bis das dalla wieder bremst und alle ein wenig nach vorne rutschen. Angehalten ist das dalla, um noch ein paar Leute aufzunehmen, schließlich gibt es eine Grundregel: Voll gibt es nicht. Und so bleibt anschließend halt die Schiebetür auf und ein paar Köpfe bekommen frische Luft. Ohnehin ist eine europäische Körpergröße eher schlecht für diese Art der Fortbewegung. Da habe ich es als eher kleiner Europäer sogar noch besser als Raphael, den Kopf kann ich aber trotzdem nicht gerade machen und auch der Rücken bleibt krumm für gut 1,5 Stunden bis Mafinga. Trotzdem hat mir die Fahrt Spaß gemacht. Wir sind mal wieder mit vielen Menschen ins Gespräch und wortwörtlich Nahe gekommen. Als wir dann ausgestiegen sind haben wir uns aber trotzdem gefreut, dass wir den Kopf wieder gerade machen konnten. Die Beine konnten wir uns dann aber auch noch vertreten auf dem 40 minütigem Heimweg vom Stendi.

Generell liebe ich das Dalla fahren. Am Anfang fand ich es noch echt befremdlich, mittlerweile aber ist es echt eine gemütliche und interessante Art des Reisens, bei der man eigentlich immer mit Leuten ins Gespräch kommt und viel sieht. Außerdem finde ich es auch echt gut einfach zu jeder Tageszeit zum Busstendi gehen zu können und zu wissen da wird schon ein dalla stehen, das mich in die Umgebung bringt. Ob es jetzt in 5 min oder einer halben Stunde losfährt ist dann irgendwie auch egal und darauf kann man sich schließlich auch einstellen.
ein größeres Dalla in voller Pracht


Ansonsten stand bei uns in den letzten beiden Wochen viel Arbeit an. Zum einen gab es in der Werkstatt immer was zu tun, zum anderen mussten wir aber auch viel Zuhause auf unserer kleinen Farm machen und vorbereiten, denn zu Weihnachten stehen uns Gäste ins Haus. 9 andere Freiwillige kommen ins „kalte“ Mafinga um hier zusammen mit uns ein bisschen Weihnachten aufkommen zu lassen. Ich freue mich auch schon richtig, aber bis Donnerstag bleibt noch was zu tun. Die letzte Zeit habe ich meine Arbeitskleidung meist 12 Stunden am Tag getragen, aber mir macht es auch Spaß. Ich lerne viel dabei. Zur Erholung geht es dann nach Weihnachten schließlich auch nach Sansibar um dort Sylvester zu feiern. Darauf freue ich mich auch schon richtig. Wann jetzt mein nächster Eintrag kommt, kann ich momentan noch nicht sagen. Vorsichtshalber wünsche ich deshalb schon mal ein fröhliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Montag, 13. Dezember 2010

Meine erste Safari

Der Ruaha Nationalpark liegt praktisch vor unserer Haustür. Naja gut 200km sind es schon, aber was ist das schon in einem Land von der Größe Tansanias. Der Park gilt als ruhiges Pendant zur Serengeti, die zwar besticht durch eine Vielzahl an Tieren, aber einfach total überlaufen sein soll. Der Ruaha NP hingegen ist der zweitgrößte Park Tansanias direkt nach der Serengeti, bietet eine ebenso große Artenvielfalt, noch ein paar Besonderheiten und liegt im touristisch ruhigen Süden Tansanias. Dass wir eines Tages einen Ausflug wagen würden war uns von Anfang an klar, aber am letzten Wochenende dann haben wir die Chance genutzt. Am Donnerstag war Unabhängigkeitstag und dementsprechend lag die Arbeit nieder. Zudem hatten sich die Kyelaboys Jan und Jonas angemeldet mit denen zusammen wir die Tour unternehmen wollten. So sind wir dann am Freitagmorgen mit dem Dalla in aller Herrgottsfrühe nach Iringa aufgebrochen, um von da aus unser gemietetes Tourimobil zu besteigen und mal richtig touristisch den Nationalpark zu erkunden. Deshalb werdet ihr heute mit Fotos verwöhnt. Für alle E-Mail Leser kann ich nur empfehlen meinen Blog zu besuchen und sich alle Fotos anzuschauen.

David, der Sohn unseres Pastors hier in Mafinga arbeitet für ein Safariunternehmen und dementsprechend haben wir mit ihm Kontakt aufgenommen um unsere Safari zu planen. Er hat uns ein Auto und einen Fahrer organisiert und so sind wir dann zusammen mit ihm als Tierexperten in den Park gefahren. Das Auto war ein echtes Safariauto und offen. Wie es kommen musste überraschte uns auf dem Weg dann natürlich noch ein kräftiger Schauer und wir wurden ein wenig nass. Aber wir waren gerüstet und uns hat es gefreut. Schon seltsam wie man sich plötzlich über das vermeintlich „schlechte“ Wetter freuen kann.

Im Park angekommen gab es auch gleich eine Menge Tiere zu bestaunen.  David und unser Fahrer haben uns mit vielen Infos versorgt und es war wirklich interessant und wunderschön zu beobachten, was die Natur uns so zu bieten hat. Aber nun lass ich mal lieber die Fotos sprechen. Die Fotos laufen rechts in einer Diashow durch. Ihr müsst nur draufklicken, dann kommt ihr zum Album.


Untergebracht waren wir in sogenannten Bandas mit jeweils 2 Betten. Überall drumherum lag Elefantenkot und es hieß man solle nachts die Bandas nicht verlassen, weil die Tiere dann herumlaufen. Ich habe aber leider nichts gehört. Ich weiß auch nicht, ob ich wirklich drin geblieben wäre, wenn ich was gehört hätte.
Ein echtes Highlight der anderen Art gab es noch für mich. Ein Stückchen Heimat. Abends haben wir im Hauptquartier im Mitarbeiterrestaurant gegessen. Wir wollten schließlich keinen teuren Safaritrip machen und möglichst nah an den Tansaniern bleiben.  Zum einen hat es Tansania geschafft gegen Uganda im Elfmeterschießen zu gewinnen und die Leute waren gar nicht mehr zu halten, aber noch witziger fand ich etwas anderes. An der Wand neben dem Getränketresen klebte ein Arminia Bielefeld-Aufkleber. Ich konnte es erst gar nicht glauben und musste näher ran gehen. Und es bestätigte sich. Tatsächlich, Arminia Bielefeld im Ruaha National Park. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich jemand zu dieser coolen Tat bekennt!

Dienstag, 30. November 2010

Village Präsentation die Erste

Wie beim Bau der Windräder haben wir auch für die Verbreitung dieser und anderer Produkte unseres Departments große Ziele. 10 sogenannte Village-Presentations (Dorf Präsentationen) sollen in unserem Jahr durchgeführt werden. Dafür haben wir extra einen Plan aufgestellt und letzte Woche stand endlich die erste Präsentation an. Was so eine Village-Presentation (im Weiteren kurz: VP) überhaupt ist, welchem Zweck sie genau dienen soll und wie unsere erste abgelaufen ist möchte ich jetzt erklären.

Etwas verallgemeinert gesagt stellen wir bei einer VP in Dörfern, die für gewöhnlich keine Aussicht auf einen Anschluss an das Stromnetz haben,  Möglichkeiten der unabhängigen Elektrifizierung vor. Das heißt hauptsächlich Möglichkeiten der Nutzung von Solarenergie und jetzt beginnend auch vermehrt von Windenergie. Darüber hinaus werden aber auch Öfen ausgestellt, die dabei helfen den Holzbedarf drastisch zu senken, da für gewöhnlich immer noch das klassische Dreisteinfeuer zum Kochen verwendet wird, bei dem einfach ein Topf auf drei Steine gestellt wird unter dem dann das Feuer brennt. Dabei geht die meiste Wärme einfach verloren. Natürlich stellen wir die Sachen nicht nur vor, sondern versuchen sie auch zu verkaufen.

Unsere Ziele dabei sind wie schon gesagt vielfältig. Zum einen ist natürlich der Gedanke des Klimaschutzes allgegenwärtig in unserer Arbeit, wozu die Verbreitung von erneuerbaren Energieformen beiträgt. Aber in der Realität fehlt oft das Bewusstsein für Klimaschutz, weshalb wir versuchen auch bei den VP dieses Bewusstsein zu schaffen. Aber selbst wenn es vorhanden ist, lässt der große Anschaffungspreis einer Solaranlage den Idealismus doch schnell schrumpfen, was wir ja auch zu gut kennen.  Das tolle ist für die Menschen, dass sie Strom in Regionen bekommen können, in denen trotz Ausbau des Stromnetzes auf Jahre klar ist, dass sie keinen Anschluss bekommen werden. Gerade, sobald es heißt man kann auch einen Fernseher betreiben, sind die meisten Leute hin und weg. Außerdem ist natürlich auch immer unser Ziel das Renewable Energy Department unserer Schule mal in Schwung zu bringen und kleine Gewinne einzutreiben, damit hier die Motivation steigt und wir auf diesem Wege die Verbreitung sauberer Energieformen vorantreiben können.


Aber nun zu unserer ersten VP: Letzte Woche Samstag sind wir zusammen mit dem RE-Lehrer Erick, Mr. Maseleka, drei Schülern und einer ganze Menge Gepäck in ein kleines Dorf gefahren. 2 Stunden haben wir uns dafür auf Sandpisten immer weiter von der Hauptstraße entfernt. 2 Stunden immer weiter weg von einem Zugang zu Strom. Angekommen wurde erstmal auf einen Mann gewartet, der uns dann empfangen hat und wir duften uns noch ins Gästebuch des Dorfes eintragen. Ob der Mann so was wie ein Bürgermeister ist weiß ich aber nicht. Anschließend haben wir uns dann noch ein wenig gestärkt, bevor wir dann angefangen haben erstmal alles aufzubauen. Schon beim Aufbau waren wir von vielen Menschen umringt, die uns interessiert zugesehen haben. Zu meiner Überraschung war ihnen Photovoltaik aber schon vertraut. Und wir haben im Dorf auch zwei Dächer gesichtet, die schon mit einem Modul ausgestattet waren. Aufgebaut haben wir ein Art Präsentationshaus, auf dem oben das Panel liegt, dass dann mit Laderegler und Batterien verbunden ist, wie es in der Praxis Anwendung findet. Dazu dann noch ein paar Verbraucher, wie Lampen, ein Radio, ein Rasierer, um zu zeigen, dass es funktioniert und was alles möglich ist. Außerdem haben wir vier Öfen aus unserer Palette der feuersparenden Öfen aufgebaut. An einem kleinen Windrad zur Präsentation bauen wir momentan noch, aber das soll dann auch bald mit zu den Präsentationen.

Bei der eigentlichen Präsentation haben Raphael und ich dann aber vorerst eine passive Rolle eingenommen. Wir haben zwar schon Vorstellung davon, wie so eine Präsentation vonstatten gehen soll, aber wir wollten erst mal beobachten, wie die alten Hasen ihr Handwerk beherrschen. Und Mr. Maseleka hat das zusammen mit Erick dann auch super gemacht, soweit wir das beurteilen können. Gegenfragen an das Publikum haben gezeigt, dass Holz sparen wirklich wichtig ist, da die Vorräte in der Umgebung des Dorfes schon sehr erschöpft seien und so wurde sehr interessiert auf die Öfen geschaut. Trotzdem wurde keiner verkauft. Knackpunkt bei den Solarprodukten war meistens der Preis.  Der Preis für ein richtiges Solarsystem übersteigt bei weitem die Möglichkeiten der meisten Dorfbewohner, die nur von Feldwirtschaft leben. So kam es auch, dass wenn die Preise genannt wurden das Interesse schnell nachließ. Problematisch ist gerade, dass erst ein großes System als wirklicher Gewinn gesehen wird, weil man damit einen Fernseher betreiben kann. Der Ersatz der Öllampen im Haus hingegen wird nicht wirklich als notwendig anerkannt, da die schon seit Jahren ihre Arbeit verrichten. Trotzdem ist Solarlicht rein rechnerisch günstiger und zudem sicherer, da es immer wieder zu Bränden durch die Kerosinlampen kommt. Ich denke diesen Punkt zu erklären sollte die Aufgabe bei der nächsten Präsentation sein. Außerdem waren viele an den kleinen Solarmodulen zum Laden von Handys interessiert. Leider hatten wir nur eins mit zum Vorführen. Da müssen wir beim nächsten Mal auch auf jeden Fall nachlegen.


Die nächste Präsentation ist auch schon für übermorgen angesetzt. Dann  wollen wir uns mal ein wenig mehr einsetzen und auch mal ein Produkt verkaufen!

Montag, 15. November 2010

Der Einbruch

Am Mittwoch gab es noch einen Vorfall, der Olivias Besuch ein wenig überschattet hat. Bei uns wurde eingebrochen und ein Laptop entwendet. Das ganze muss ein gut geplanter Coup gewesen sein. Abends saß ich Zuhause im Wohnzimmer und habe noch am Laptop eine E-Mail zum Magneten-Kredit geschrieben, als mal wieder die Feuerglocke geklingelt hat. Ich habe noch schnell meine Klamotten gewechselt, den Laptop zugeklappt und bin dann zusammen mit Raphael ausgerückt zum Feuer. Die Tür nach hinten habe ich noch geprüft ob sie verschlossen ist und danach hat Raphael auch die Vordertür abgeschlossen. Beim Feuer angekommen konnten wir auch schon wieder umdrehen. Es war nur ein sehr kleines Feuer und schnell gelöscht. Auf dem Rückweg haben wir uns dann noch ein wenig verquatscht. Zuhause war erst nichts auffällig. Die Tür war verschlossen. Also haben wir sie aufgeschlossen. Sofort ist mir aber ins Auge gefallen, dass der Laptop nicht mehr da war, wo wir ihn verlassen hatten. Oder hatten wir ihn doch wo anders hingetan? Schnell alles abgesucht. Keine Spur. Er war gestohlen worden. Alles andere war aber noch da. Alle Türen verschlossen. Fenster ohne Spuren. Ein blitzsauberer Einbruch. Das Feuer ein Trick? Mein Zimmer schließe ich immer ab, aber das von Raphael stand auf. Sein Laptop auf dem Bett. Nichts angerührt. Es musste jemand mit einem Schlüssel gewesen sein. Schnell Hepi, unsere Haushälterin angerufen, ob sie ihren Schlüssel hat. Auch der war da. Danach wurde Nyambulapi angerufen, der auch sofort kam. Er rief Mr. Maseleka an, der ein paar Minuten danach auch vor der Tür stand. Alle ein wenig ratlos, aber sicher, dass es einer der Schüler gewesen sein musste. Sie wollten alle Namen der Schüler wissen, die irgendwann bei uns waren.

Das gestaltet sich aber schwierig. Nicht, dass wir so viele Leute zu uns einladen würden, aber es kommt schon mal öfters jemand vorbei. Zudem empfängt auch Hepi Gäste bei uns. Nyambulapi meint es wäre einfach unseren Schlüssel nachzumachen. Ein Stück Seife zum Abdruck machen reicht. Außerdem sei auch unser Schlüssel nicht mehr das Original, sondern nachgemacht und ich muss auch zugeben es ist ein einfaches Fabrikat, das man wahrscheinlich mit einer Feile aus einem Stück Blech in 10min herstellen kann. Ob wir den Dieb finden, mag ich zu bezweifeln. Seltsam ist auch, dass der Dieb danach die Tür wieder abgeschlossen haben muss. Trotzdem sind die Schlösser jetzt auch ausgetauscht. Vorher war in der Haustür das gleiche billige Schloss verbaut wie in der Toilette. Zudem schon seit Jahren. Wer weiß wie oft schon irgendwelche Schlüssel verloren wurden, oder durch die verschiedensten Hände gegangen sind. Auch jetzt in der Renovierungsaktion vor unserer Ankunft, die von den Schülern durchgeführt wurde… Wir haben jetzt in jedem Fall ein Verbot Leute in unserem Haus zu empfangen. Es soll auch keiner den neuen Schlüssel bekommen außer mir und Raphael und ich werde auch weiterhin mein Zimmer abschließen. Der Laptop gehört der DTP und war für die Arbeit gedacht. Raphael und ich haben auch noch eigene Laptops dabei, sodass wir wenigstens weiterhin Zugriff zu Internet etc. haben. Ich bin auch froh, dass ich an dem Morgen noch den Arbeitsplan abgeschickt habe. Sonst wäre jetzt alles weg und die Kreditfrage immer noch nicht geklärt. Bleibt das blöde Gefühl, dass wir uns nicht sicher sind, ob der Dieb wirklich durch die Tür gekommen ist und, dass es jemand von den Schülern sein kann, mit denen wir jeden Tag umgeben sind. Wichtig nur, dass jetzt kein Generalverdacht entsteht.

Ich freu mich auch schon auf den nächsten Feueralarm, nur dass ich dann Zuhause bleibe, das Licht ausmache und warte. Ein bisschen müssen wir vielleicht auch die Schuld bei uns suchen, ohne jetzt den Dieb zu schützen. Der Laptop stand meistens im Wohnzimmer und kann dementsprechende Begierden geweckt haben. Gelegenheit macht Diebe. Ein Grund, warum mein Laptop bisher immer in meinem Zimmer geblieben ist und wohl auch bleiben wird. Da wir mittlerweile viele Schüler gut kennen wird aktuell auch eine Jagd nach den Dieb/en gemacht. Die Schüler sind auch überzeugt, dass es einer der Ihrigen sein muss und Diebe werden überhaupt nicht gerne gesehen. Auf der Rückfahrt von unserem Matema-Wochenende bin ich auch schon Zeuge davon geworden, wie schnell sich ein Mob um einen Dieb bildet und der Dieb auf brutalste Art und Weise zusammengeschlagen wird. Dass der Dieb dabei stirbt ist nicht selten. Selbstjustiz ist ein probates Mittel, wo auf die Polizei oftmals als korrupt gilt und wo für sein Hab und Gut so hart gearbeitet werden muss. Weiterhin ist mit dem Laptop so erst einmal nicht viel anzufangen. Der Akku ist komplett defekt und das Netzteil wurde bei uns gelassen. Zeichen für Unwissenheit, oder große Hast!?

Weiterhin kann ich jetzt auch ein wenig verstehen, warum sich die Leute hier oft so verschanzen. Alle Fenster haben Gitter eingebaut und in Dar es Salaam stehen um die meisten Häuser hohe Mauern, die oben mit Glasscherben oder sogar Stromzäunen bestückt sind. Die Leute sperren sich von ihrer Außenwelt ab, um ihr Eigentum zu schützen. Dies ist tatsächlich etwas worauf ich gerne verzichten kann.

Trotzdem hatten wir Glück im Unglück, dass nur der eine Laptop weggekommen ist. Unsere Dokumente sind noch da und auch die anderen Wertsachen sind  unberührt. Ich hoffe nur in Zukunft werden wir nicht nochmal in Kontakt mit so einem Vorfall kommen, zudem denke ich, dass wir nicht vielmehr machen können als unsere Türen gut abzuschließen. Zumindest haben jetzt die meisten Schüler und Lehrer ein wachsames Auge auf uns und unser Haus...
P.S.: Heute Abend hat es das erste Mal geregnet, seitdem wir in Mafinga sind. Leider ist damit jetzt auch unser Strom weg. Nichtsdestotrotz habe ich mich riesig gefreut. Ich frage mich, ob man sich in Deutschland im Moment wohl auch so über Regen freuen kann. In der Werkstatt habe ich heute schon meine kelien meteorologischen Kenntnisse spielen lassen und gesagt, dass es bald regnen wird. Daraufhin hat mich eben mit einsetzendem Regeneine SMS ereilt, dass ich eine Zauberer bin. Mal schauen was ich mit meinen neugewonnen Zauberkräften noch anstellen kann. Ich schick euch noch ein Bild von unserem Abendessen im Solarlampenlicht.

Samstag, 13. November 2010

Von Erfolgen und Erlebnissen

Und wieder gibt es viel zu berichten. Nachdem ich dachte wir könnten hier tatsächlich in eine Art Alltag verfallen muss ich das jetzt revidieren. In Kurzform: Wir haben es endlich geschafft die Zusage für den Magneten-Kredit zu erwirken, außerdem hatten wir einen 3-tägigen Besuch von unserer Koordinatorin aus Dar es Salaam, bei dem mir nochmal einige Dinge klar geworden sind und nicht zuletzt möchte ich noch wie versprochen von der Abschlussfeier der Schüler berichten. Leider gibt es aber auch erstmals schlechte Nachrichten, denn in unser Haus wurde eingebrochen.


Ich fange mal chronologisch an: Die Abschlussfeier der Schüler. Mittlerweile ist die Feier schon fast 2 Wochen her. Schon Tage vorher fingen die Schüler mit den Vorbereitungen für die Feier an. Der Unterricht wurde komplett ausgesetzt. Es wurden Pfähle eingegraben über die Tücher gespannt wurden, sodass eine große abgeschattete Sitzfläche entstand. Außerdem wurde eine Bühne geschmückt. Kleine Bananenpflanzen wurden aufgestellt, die komplette Schule bis auf das Letzte gesäubert. Dafür wurden Dutzende kleine Brände gelegt um das Gras oder Müll zu verbrennen und die Beete wurden mal wieder auf Vordermann gebracht.

Am Tag der Feier habe ich zusammen mit Raphael und ein paar anderen Schüler die Aufgabe der Empfangsdamen übernommen. Wir haben alle eintreffenden Gäste abgefangen, denn die durften sich erst einmal im Gästebuch verewigen bevor wir ihnen einen Platz zugewiesen haben. So richtig kam ich aber gar nicht zu meiner Aufgabe, denn ich hatte einen Fehler gemacht: Ich hatte meine Kamera mitgenommen und war die meiste Zeit damit beschäftigt irgendwen abzulichten. So wurde ich auch zum persönlichen Fotografen einiger Schüler, die alles auf meiner SD-Karte festgehalten sehen wollten. Am Ende des Tages hatte ich so 400 Fotos zusammen. Ich habe daraus gelernt meine Kamera lieber wieder Zuhause unter Verschluss zu lassen, aber ihr profitiert dafür jetzt umso mehr davon. Rechts seht ihr einige Fotos in einer Diashow durchlaufen (nur auf meinem Blog).

Aber nun zum eigentlichen Ablauf. Etwa 25 Schüler feierten ihren Abschluss. Anfangs liefen sie ein, wobei getanzt und gesungen wurde. Dann gab es erst einmal einen ausgiebigen Gottesdienst, schließlich sind wir an einer kirchlichen Schule
und der Bischof war auch mit von der Partie. Zwischendurch performte ein extra eingeladener Chor immer mal wieder eins ihrer Stücke (Playback versteht sich). Eine große Musikanlage war natürlich auch aufgebaut. Dann holten sich die Schüler noch alle ihren Segen ab. Im Anschluss an den Gottesdienst konnten sich die Angehörigen ein Bild davon machen, was ihre Söhne und Töchter denn alles gebaut haben in ihrer Ausbildung. Vor der Schule war eine kleine Präsentationsfläche aufgebaut worden. Danach kam dann der formelle Teil und alle nahmen wieder Platz. Viele Ehrengäste waren geladen, die alle noch eine lange Rede zum Besten gaben bevor dann die Zertifikate verteilt wurden. Insgesamt eine sehr langatmige Veranstaltung. Danach gab es für alle Pilau, DAS Gericht für Feierlichkeiten in Tansania. Wirklich lecker. Reis mit aller Art Gewürzen und Gemüse und je nach Belieben noch mit Fleisch- und Fischbeilagen. Raphael und mir kam die Ehre zu Teil zusammen mit den Ehrengästen am Ehrentisch zu speisen. Da gab es dann sogar Hühnchen und Fleisch zum Pilau. Noch ein wenig Shakehands mit allen Beteiligten, ich meine wann schüttelt man schon mal einem echten Bischof die Hand und hält einen kurzen Plausch? Außerdem gab es noch Limonade für alle Beteiligten. Ich habe mich gefragt, warum für sowas Geld vorhanden ist, für dringend benötigtes Material in der Werkstatt aber nicht? Die Frage lasse ich mal im Raum stehen und auch ansonsten lasse ich jetzt mal die Bilder sprechen.


In der Woche darauf hat Mr. Maseleka, nachdem er aus dem Krankenhaus zurückgekehrt ist der Kreditsache nochmal Nachdruck verliehen. Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn Nyambulapi hatte andere Dinge zu tun und das Ganze ein wenig aus den Augen verloren. Wir haben zwar immer wieder versucht ihn zu erinnern und unsere Hilfe angeboten, aber es kam nicht dazu die letzen Anforderungen für den Kredit noch zu bearbeiten und außerdem fehlten wichtige Informationen zu Interessenten, die bei Mr. Maseleka lagerten und der war nun mal einige Zeit nicht da.

Mitte der Woche haben wir die Zusage zum Kredit bekommen und die Bestellung ist von Mr. Maseleka auch schon soweit vorbereitet, dass es jetzt endlich voran gehen kann. Wir haben gemeinsam einen relativ detaillierten Arbeitsplan geschrieben. Noch vor ein paar Wochen dachte ich einen solchen Plan zu verfassen ist reine Fassade, schließlich hatte ich den Eindruck, dass Planen bei der Materialzufuhr etc. praktisch unmöglich ist. Mittlerweile, nachdem wir gesehen haben, dass die Probleme hier nicht im Technischen/Handwerklichen liegen, sondern ganz klar im Organisatorischen bin ich mir aber sicher, dass der Arbeitsplan eine gute Idee ist. Wir versuchen jetzt diese Art des planerischen Denkens und Arbeitens hier in der Praxis. Der Ausgang ist noch unklar. Den Plan wollen wir jetzt ausdrucken und in der Werkstatt aufhängen. In Absprache mit Nyambulapi und Mr. Maseleka haben wir uns darauf geeinigt ein Bonussystem zu installieren. Am Ende eines jeden Monats wird geschaut, ob alle Aufgaben erledigt wurden und wenn dies so ist, wird eine Gewinnbeteiligung ausgeschüttet. Außerdem haben wir im neuen Plan viel mehr die anderen Arbeiten berücksichtig, da die Gewinne daraus essenziell für den Materialkauf sind. Ich bin gespannt auf den Ausgang dieses Experiments!

Die Produktion in der Werkstatt ist mittlerweile auch recht gut angelaufen. Die Schüler sind mittlerweile alle aktiv und Nyambulapi ist ihnen ein guter Anweiser. Erste Dinge wurden verkauft und Material wieder gekauft. Wir bauen auch an einem ersten kleinen Windrad, das Demonstrationszwecken dienen soll. Ende nächster Woche ist die erste Dorf-Präsentation. 10 sind bis Ende nächsten Jahres fest angesetzt. Mr. Maseleka zeigt sogar den Willen noch mehr zu machen und hat unsere Idee eines Promotionsdays am Busstendi in Mafinga positiv aufgefasst und plant ihn noch bis Ende diesen Jahres umzusetzen. Mal sehen was draus wird. Olivia hat uns aber ermutigt in der Hinsicht Druck zu machen, womit ich auch beim nächsten Punkt wäre.


Die letzten drei Tage war Olivia bei uns. Olivia ist unsere tansanische Mama, wie sie gerne sagt. Sie koordiniert unser Jahr von tansanischer Seite und passt auf uns auf und hat immer ein offenes Ohr für uns. Jetzt war sie bei uns, um sich ein Bild davon zu machen was bei uns so vor sich geht. Sie hat uns zu allen möglichen Belangen ausgefragt und Anregungen gegeben. Vorher dachte ich ihr Besuch ist zu früh, schließlich sind wir nach dem Seminar in Dar im Vergleich zu allen anderen Freiwilligen am kürzesten in unserer Einsatzstelle und trotzdem waren wir ihre erste Station. Aber sie hat uns genau die richtigen Anregungen gegeben. Sie hat ein wenig die Sorge, dass wir in der Werkstatt versauern und sie ist berechtigterweise ein großer Fan von Dorf-Präsentationen.  Außerdem hat sie uns die Idee unterbreitet in die umliegenden Schulen zu gehen und über erneuerbare Energien und Umweltschutz zu predigen. Die Sache mit den Dorf-Präsentationen hatten wir zwar auch schon vorher in unseren Arbeitsplan aufgenommen, aber aus den Erfahrungen der letzten Jahre hat sie diesen wohl im Gespräch mit Mr. Maseleka noch einmal richtig Nachdruck verliehen. Was die Dorf-Präsentationen sind kann ich dann hoffentlich Ende nächster Woche nach unserer ersten Präsentation berichten. In Kurzform geht es darum unsere Produkte rund um erneuerbare Energien in den Dörfern zu verbreiten, wo kein Stromanschluss besteht. Mehr dazu hoffentlich nächste Woche nach erfolgreicher Präsentation.

Die Sache mit dem Einbruch in unser Haus packe ich morgen oder übermorgen in einen extra Eintrag. Geschrieben ist er schon. Ich denke aber sonst wird der Eintrag zu lang und zum anderen finde ich es gut, die Erfahrung ein wenig abzulösen von dem Rest, denn es ist bisher eine absolute Einzelerfahrung.


P.S.: In meinem Fotoalbum gibt es auch noch Fotos von einem bereits im Januar aufgestelltem Windrad in einem Nachbardorf namens Ikungus. Ich habe leider völlig versäumt vom Besuch von Roland zu berichten, der vor drei Wochen hier war. Zur Erinnerung: Roland war unser Lehrer in Dar zum Thema Windräder. Mit ihm zusammen sind wir auch nach Ikungus gefahren. Wenn ich es schaffe, dann schreibe ich diese Woche noch einen Eintrag dazu, aber es erwartet uns eine Menge Arbeit…

Samstag, 6. November 2010

Die Wahlergebnisse

Wie versprochen möchte ich euch jetzt auch über die Wahlergebnisse informieren, die erst seit gestern (Freitag) offiziell sind. Die ganze Woche über hingen die Menschen hier an den Radios, um immer die aktuellen Ergebnisse zu erfahren und selbst an den Fernsehgeräten wurde zeitweise von Championsleague auf Wahlergebnisse umgeschaltet. Nach und nach wurden die Wahlergebnisse der insgesamt über 200 Wahlbezirke Tansanias vorgelesen, wobei bei manchen die Ergebnisse schon am Montag da waren und bei anderen, zumeist aus ländlicheren Regionen, erst einige Tage später. Und ich glaube ich kann sagen es tut sich was in Tansania!

Eine Opposition formiert sich. Jakaye Kikwete, der seit 2005 amtierende Präsident ist zwar wie erwartet heute in seine zweite Amtszeit verabschiedet worden und feiert dies natürlich als großen Erfolg, aber nichtsdestotrotz hat er große Verluste hinzunehmen. Er erhielt gerade einmal 61% der Stimmen (Im Vergleich 2005 waren es noch über 80%), hingegen wählten 26% der Wähler den Gegenkandidaten der CHADEMA Wilbrod Slaa. Trotzdem war sein Sieg nicht gefährdet, da wie im letzten Beitrag erwähnt der Präsident im Direktwahlsystem ermittelt wird und somit die meisten Wahlbezirke letztendlich doch an Kikwete gingen. Aber gerade die urbanen Gegenden gingen vermehrt in die Hand von Dr. Slaa. Dazu zählt auch Iringa, die Stadt, die wir am Wahltag aufgesucht haben um Wahlluft zu schnuppern. Mein Eindruck von der Befragung einiger Einheimischen war also gar nicht so falsch. Vielleicht ist das Ergbins aber auch durch die niedrigste Wahlbeteiligung in der tansanischen Geschichte zu erklären. Nur 43% der 20mio. registrierten Wählern haben eine Stimme abgegeben. Dies ist ebenfalls ein Phänomen, dass ich hier gut bei uns beobachten konnte. Vielen Schülern hier z.B. war es nicht möglich zu Wählen, da sie dafür in ihren Heimatort hätten fahren müssen und das ist einfach nicht finanzierbar. Zudem haben sich einige auch noch gar nicht registriert.

Mafinga ist relativ klar in die Hand von Kikwete gefallen. Noch klarer war dies meistens in den noch ländlicheren Gegenden Tansanias. Für mich ein weiteres Indiz dafür, dass es es die Oppositionsparteien noch schwer haben sich im großen Land Tansania richtig zu formieren. Trotzdem denke ich ist diese Wahl ein riesiger Erfolg für die Opposition. Ich könnte mir vorstellen, dass sie dadurch an Fahrt aufnimmt zumal man bedenken muss, dass dies erst die vierten Wahlen waren, bei denen mehr Parteien als nur die CCM zur Wahl standen, denn erst seit 1995 besteht in Tansania das Mehrparteiensystem.

An dieser Stelle muss ich mich entschuldigen, dass ich nicht so viele Informationen über die Wahlen auf Sansibar liefern kann. Sansibar hat nochmal eine Sonderstellung, da teilautonom und kulturell anders geprägt.
Sansibar ist großteils muslimisch und die stärkste Oppositionspartei dort ist die CUF, die schon in den letzten Jahren immer mit um die Mehrheit gekämpft hat. Vielleicht auch deshalb heißt es, dass es auf Sansibar bei den Wahlen ein wenig anders hergeht und es bei vergangenen Wahlen sogar zu Ausschreitungen kam. Bei diesen Wahlen hat ebenfalls die CCM gewonnen mit nur 4000 Stimmen mehr. Soweit ich weiß blieb es aber ruhig, was vielleicht auch an einer vor der Wahl getroffenen Abstimmung liegt, die besagt dass eine gemeinsame Regierung von CUF und CCM auf Sansibar gebildet wird. Diese Abstimmung hat glaube ich die Brisanz genommen.

Aber es wurde ja nicht nur ein Präsident gewählt, sondern auch das Parlament.
Die Daten die ich dazu haben sind leider noch nicht die endgültigen. Am Dienstag hieß es, dass die CCM 188 der 239 Sitz im Parlament bekommen hat. Weitere 29 gingen an die Opposition auf dem Festland und 22 an die Opposition auf Sansibar.

Insgesamt hören sich für mich die Wahlergebnisse so an, als wenn keine großen Fälschungen vonstatten gegangen sind. Trotzdem bezweifelt der CHADEMA-Kandidat Dr.Slaa das Ergebnis und verweist auf die langen Auszählungen, die mancherorts auch wohl dazu geführt haben sollen, dass sich Jugendliche vor den Büros der Auszählungskommission versammelt haben. Es wird vorgeworfen, dass bei der Auszählung die Ergebnisse zu Gunsten der CCM schöngerechnet wurden und angeblich will man dies auch mit Umfragen direkt nach der Wahl belegen können. Wieviel da aber nun wirklich dran ist kann ich nicht sagen. Als kleine Randnotiz dazu: Von internationalen Beobachtern wird Zufriedenheit über die Wahl geäußert. Die Wahlen in Tansania seien "friedliche, geordnete und gut organisiert" gewesen, sagte Paul East, Chef der Beobachtermission des Commonwealth, mit Ausnahme von "einiger Unregelmäßigkeiten, wie Wähler die nicht finden deren Namen auf der Liste Wähler. "
"Wir beobachteten auch die Zählung, die nach den Regeln durchgeführt wurde. Das ist eine ziemlich gut organisierte Wahl", schloss Herr Osten.

Übrigens ist eins der Hauptziele der neuen (alten) Regierung die Armutsrate bis Ende der Legislaturperiode 2015 von ca. 50% auf 30% zu senken. Also dann mal an die Arbeit...

In der Schule habe ich gelernt, zu einem fundiertem Bericht gehören auch gute und fundierte Quellen:
http://www.dw-world.de/dw/article/0,,6195348,00.html
http://af.reuters.com/article/topNews/idAFJOE6A505920101106?pageNumber=1&virtualBrandChannel=0
http://www.bloomberg.com/news/2010-11-06/tanzania-s-kikwete-is-sworn-in-for-a-second-presidential-term.html

Sonntag, 31. Oktober 2010

Uchaguzi – die Wahl

Heute waren Präsidentschaftswahlen in Tansania. Doch bevor ich euch davon berichte möchte ich mit ein paar Hauptfakten einen kurzen Einblick in das tansanische Politiksystem geben. Danach berichte ich dann vom heutigen Tag und von der Politikkultur, die ich bisher mitbekommen habe.

Erst seit 1964 besteht erst die junge Republik Tansania. Die Politiklandschaft wird sogar schon länger von der CCM, der Partei der Revolution geprägt, denn die Vorgängerpartei gewann  schon die ersten freien Wahlen 1958. Seitdem ist die CCM an der Macht. Sie besitzt im Moment 93% der Parlamentssitze und stellt mit Jakaya Kikwete den Präsidenten. Es besteht aber grundsätzlich ein Mehrparteiensystem mit aktuell 19 verschiedenen Parteien. Die bekanntesten Oppositionsparteien sind die Chadema, die besonders im Inland aktiv ist und die CUF, die auf Sansibar sogar um die Mehrheit kämpft. Die letzten Wahlen wurden von internationalen Beobachtern als frei und gerecht eingestuft. Durch das Direktwahlsystem hat die CCM klare Vorteile und zudem bezieht die CCM einen Großteil ihrer Wahlkampfgelder aus Staatskassen. Korruption ist ein großes Problem bis in die höchsten Ebenen, das immer wieder zu Skandalen führt. Wer mehr Fakten möchte kann mal ein wenig im Internet suchen, oder mal auf Lennys Blog vorbeischauen, der sowas wie der Experte in dem Bereich ist.

Soviel zu den Fakten, nun zu meinen Erfahrungen der letzten zwei Monate dazu. Aus Deutschland sind wir natürlich ein Mehrparteiensystem gewohnt und es besteht schnell die Gefahr Vergleiche mit einem Einparteienstaat wie die DDR zu ziehen. Formal ist es aber nun mal so, dass es jedem hier freisteht welche Partei er wählt. Deshalb stellte sich für mich anfangs die Frage, wie frei Politik, Meinung und Wahl wirklich sind. Zur Meinung glaube ich sagen zu können, dass tatsächlich Freiheit besteht. Ich war überrascht, wie oft, offen und kontrovers schon auf dem Windturbinensemniar in Dar über Politik diskutiert wurde. Jeden Morgen kam das Thema wieder auf den Tisch, dabei haben Chadema- wie CCM-Anhänger meist fair, aber bestimmt diskutiert. Natürlich hat sich nicht jeder beteiligt, sondern meist waren es die Älteren. Wenn ich aber einen der Jüngeren gefragt habe, so hatte jeder seine begründete Meinung dazu. Und es war keineswegs so, wie man vielleicht schnell denkt, dass die Jüngeren sich eher zur Chadema bekannten. Diese Art der Diskussionen habe ich auch hier in Mafinga wiedergefunden, Diskussionen, wie ich sie in Deutschland oft vermisse. Auch zum Thema Pressefreiheit sagte einst die Botschaftsreferentin „die Presse in Tansania ist frei, aber schlecht“. Das „schlecht“ würde ich zwar gerne mit „anders“ tauschen, aber sonst glaube ich das ist richtig. Schließlich liest man fast täglich von Korruptionsskandalen auf allen politischen Ebenen.
 
Also dachte ich mir es muss einen anderen Grund geben für die erdrückende Überlegenheit der CCM, die meiner Demokratievorstellung nach nicht wirklich förderlich sein kann. Schließlich belebt erst Konkurrenz das Geschäft. Auf Nachfragen habe ich die verschiedensten Theorien erfahren und ich denke an allen ist ein bisschen was dran. Welche am Ende den Ausschlag gibt, oder ob es die Mischung macht weiß wahrscheinlich niemand so genau:

Die zwei für mich Einleuchtendsten möchte ich euch kurz nennen. Ein genannter Grund, ist dass die Menschen Angst haben, dass es zu Unruhen kommen könnte, falls die CCM an Macht verliert. Schließlich gilt Tansania als der Ruheanker in Ostafrika mit dem stabilsten politischen System. Logischerweise kann ja auch nicht viel passieren, so lange nur eine Partei die Zügel in der Hand behält. Deshalb klingt die Begründung auch logisch für mich, zumal die Menschen sehr stolz auf ihr friedliches Zusammenleben zwischen den vielen verschiedenen Ethnien und Religionen in Tansania sind und dies auf keinen Fall gefährden wollen. Außerdem wurde mir gesagt, dass die CCM teilweise bewusst propagiert, dass die anderen Parteien, wie die Chadema Unruhe schaffen würden. Da wären wir auch schon beim nächsten möglichen Grund, für die Parteienlandschaft, die Informationspolitik.

Die CCM ist die einzige Partei, die von allen Menschen in Tansania wirklich gekannt wird, denn die CCM besteht schon lange und wird noch immer mit dem Staatsidol Julius Nyerere in Verbindung gebracht, der lange Zeit Präsident war und zudem für die Einheit Tansanias steht. Tansania ist ein riesiges Land und vor allem in den ruralen Gebieten sind die anderen Parteien noch nicht richtig vorgedrungen, da es an Mannschaft und Geld mangelt. Die CCM hingegen ist bekannt und hat die Möglichkeiten beispielsweise über das Radio ihre Botschaften abzusetzen. So kommt es, dass in dörflichen Regionen einfach keiner was mit dem Namen Dr. Slaa, der Gegenkandidat der Chadema, anfangen kann und deshalb lieber die CCM wählen.

Also Gründe wären gefunden, warum die CCM so sehr dominiert. Trotzdem bietet sich mir im Moment ein anderes Bild, womit wir auch schon bei den heutigen Wahlen wären. Hier in unserer Region scheint es, als gäbe es sehr viele Chadema-Anhänger. Einer der größten Verfechter ist Nyambulapi, der heute Morgen gleich der erste im Wahlbüro war um seine Stimme abzugeben. Raphael und ich haben uns heute auch nicht abhalten lassen nach Iringa zu fahren, um mal ein wenig Wahlluft zu schnuppern. Aus Dar es Salaam kamen zwar Warnungen, alle Freiwilligen sollten lieber Zu hause bleiben, schließlich weiß man nie, aber alle die wir hier gefragt haben, haben uns versichert es ist nichts zu befürchten und so sind wir dann auch heute Morgen los. Wir haben überfüllte Wahllokale und seltsame Abläufe erwartet, aber nichts davon vorgefunden. In Iringa angekommen haben wir dann auch das erste Wahllokal gesehen, auch wenn es nur der Busunterstand war. Bewacht wurde das Ganze von zwei Sicherheitsleuten. Es war nicht im Geringsten überfüllt, sondern es herrschte ruhige Betriebsamkeit. Wahlkabinen waren zwar nicht zu sehen, aber die Wähler standen allein an kleinen Tischen. Als wir näher kamen, um uns das mal anzuschauen passte uns der SicherheitsmannIringa gab es wohl über 100 solcher Wahlbüros, was auch die angenehme Menschenanzahl erklären würde und Probleme gibt es keine. Also zogen wir dann auch weiter und konnten in Iringa ganz normal unsere Erledigungen machen, außer dass ein paar Läden mehr zu hatten, aber da es sowieso jeden Laden drei mal gibt kein Problem. Jeder der seine Stimme abgegeben hatte, war an dem schwarz eingefärbten kleinen Finger zu erkennen. Darüber hinaus, gab es aber auch exakte Wählerlisten, wo jeder abgehakt wurde. Bei einem anderen Wahllokal haben wir dann schon nach Wahlschluss angefragt, ob wir mal ein Foto schießen dürften, aber das wurde uns auch nach längerer Diskussion nicht gewährt, da waren die Regeln strikt. Die Wahllokale waren aber auch nicht sehr interessant. Es hingen immer Plakate der UN davor, die erklärten, wie eine Stimme abzugeben ist und dass auch Behinderte zur Wahl gehen sollten. Aber es waren weit und breit keine CCM Flaggen oder Plakate zu sehen, die sonst an jeder Ecke prangern. Mein oberflächlicher Eindruck von der Wahl war also durchaus positiv.

Wieder Zu hause angekommen haben wir mal das Radio eingeschaltet. Erste Hochrechnungen um Punkt 6 wie bei uns gab es zwar noch nicht, aber erste Probleme wurden schon veröffentlicht. So wurde angeblich Tansaniern die Wahl verweigert, weil sie auf den Wählerlisten als tot eingetragen waren. Aus Dar es Salaam oder Sansibar gab es aber keine Unruhen zu berichten, was uns gefreut hat. Insgesamt hätte ich angesichts der seit jahren klaren Verhältnisse nicht gedacht auf eine so aktive politische Kultur zu treffen. Da kann man sich was abschneiden.
 
Jetzt bin ich aber gespannt auf die Ergebnisse. Dass Kikwete Präsident bleibt ist wohl zu erwarten. Ich bin aber gespannt, wie viele Stimmen er eingebüßt hat. Denn mein Meinungsbild ist nicht so eindeutig, wie die Ergebnisse der letzten Wahlen. Aber natürlich ist mein Bild auch sehr regional begrenzt. Laut Nyambulapi sind heute Nacht oder morgen früh erste Hochrechnungen im Radio zu erwarten. Dann weiß ich mehr und ihr werdet natürlich informiert. Außerdem war gestern hier die große Abschlussfeier aller Schüler, die jetzt ihren Abschluss in der Tasche haben. Da gibt es auch noch einiges zu berichten. Ihr dürft euch freuen!

Sonntag, 24. Oktober 2010

Lebenszeichen

Ja, ich lebe noch. 2 Monate bin ich jetzt in Tansania – einen habe ich in Dar es Salaam verbracht, den zweiten in Mafinga. Die Dinge werden gewohnter, die Arbeit geordneter, ich merke ein Alltag zieht ein und die Zeit verfliegt. Gar nicht so einfach da noch Material für regelmäßige Blogberichte zu finden. Nicht das mir hier nicht mit vielen Dingen konfrontiert wäre, die alle einzeln einen Bericht Wert wären, aber mein Blick darauf hat sich schon geändert. Ich bin nicht mehr der aussenstehende Zuschauer, der die Dinge beobachtet, sondern mittlerweile immer mehr Teilnehmer. Ob beim Fußballtraining, bei der Arbeit, im Chor, beim Essen mit den Schülern, ich bin dabei, führe Gespräche, auch wenn noch immer in gebrochenen Kiswahili, aber ich werde verstanden und ich verstehe viel. Viele Dinge sind so schnell zur Normalität geworden, dass ich gar nicht richtig darüber schreiben kann. Am Anfang meines Aufenthalts hatte ich immer schon viele Dinge im Kopf, die mir ungewöhnlich erschienen und die ich teilen wollte. Jetzt muss ich mich erst hinsetzen und überlegen, was könnte die Leute daheim interessieren. Zudem bin ich natürlich mittlerweile auch ganz anders eingebunden und finde viel seltener die Zeit mich mal hinzusetzen. Da will noch die Unterwäsche gewaschen werden, denn die Socken sind mittlerweile echt unansehlich, oder der Nachbar kommt vorbei und man trinkt eine Tasse Tee. Die Schweine haben hunger und wollen gefüttert werden und das Training hat auch schon angefangen. Na gut, Stress gibt es hier nun auch nicht, aber man nimmt sich halt die Zeit für einen kleinen Plausch, einen Tee, etc...

Deshalb habe ich mir gedacht fange ich jetzt nach den ganzen Erlebnissberichten aus der Anfangszeit an auch mal ein paar Informationen zu Tansania zu streuen, schließlich ist den meisten in Deutschland gar nicht so richtig bewusst, was sich hinter dem schönen Namen für ein schönes Land versteckt. Diese Berichte werde ich jetzt immer mal zwischendurch einwerfen. Anfangen werde ich innerhalb dieser Woche mit ein paar Infos zur Politik und meiner Wahrnehmung zur aktuellen Lage so kurz vor der Wahl. Schließlich sind nächsten Sonntag allgemeine Wahlen in Tansania. Auf einen Bericht übers dalla-Fahren dürft ihr euch auch schon freuen. Nichtsdestotrotz werde ich euch aber auch weiterhin mit Dingen aus meinem Leben und über meine Arbeit hier versorgen und damit mache ich jetzt auch mal weiter:

Mein letzter Bericht war über einen Buschbrand hier auf dem Schulgelände. Und gebrannt hat es in den letzten Tagen auch noch des Öfteren, sodass wir mittlerweile geübte Feuerwehrmänner sind. Wir haben 7 Tage die Woche rund um die Uhr Bereitschaftsdienst und rücken immer zu Fuß und in Heerscharen aus, wenn es mal wieder irgendwo brennt. Der Spaß (paradox?) geht dabei aber nie verloren und die Kommandos sind mittlerweile bekannt. Und gelegentlich ernte ich noch immer Spott dafür, dass ich hier Feuer fotografiert habe, eine der normalsten Sachen in dieser Zeit und mittlerweile muss ich auch schon über mich selber lachen, wie ich dahinter eine Sensation vermuten konnte. Trotzdem kam es seitdem nicht wieder zu so einem großen Brand und der Schulbetrieb wurde auch bisher nicht groß dadurch gestört, denn meistens klingelte die Glocke entweder bei Nacht, oder in der Mittagspause.

So haben Rapha und ich arbeitstechnisch in den letzten eineinhalb Wochen auch richtig was geschafft. Im Moment sind wir nachdem wir vormals den Nachmittag zum Kiswahili lernen genutzt haben auf Nachfrage der Fundis Vollzeit in der Werkstatt beschäftigt und arbeiten an den Solartankheatern. Mittlerweile sind uns die Maße und Handgriffe bekannt und die letzten 2 Tage haben wir alleine einen Heater fertiggestellt, da Kisukuli im Moment auf Familienbesuch ist und die anderen fundis und Schüler im Moment nicht in der Werkstatt arbeiten. Für uns ist das im Moment eine schöne Beschäftigung und wir können dabei viel lernen und zeigen, dass wir was können. Generell ist die Sinnhaftigkeit dahinter aber schwer zu begründen. Die Solartankheater müssen fertiggestellt werden, da der Platz in der Werkstatt und das Geld für den Bau der Windgeneratoren benötigt wird. Andererseits können die tansanische Fundis diese Arbeit auch ausführen. Warum also Arbeit, oder sogar Arbeitsplätze wegnehmen. Das wäre das letzte was wir wollen. Außerdem würde ich mir manchmal ein wenig mehr Engagement vor allem von Nyambulapi wünschen. Kisukuli arbeitet treu an den Heatern, auch wenn mit Augenmaß und Erick, der dritte Handwerker (und mittlerweile Lehrer) im Bunde, baut zusammen mit den Schülern eine Biogasanlage. Nyambulapi hat auch viele andere Dinge zu tun, aber trotzdem könnte er sich ruhig öfter in der Werkstatt blicken lassen.

Wir denken uns trotzdem für den Moment ist der Bau der Heater noch eine Art Eingewöhnungsphase und gehört zur Vorbereitung auf den Windradbau. Das Geld für die Magneten ist mittlerweile auf deutscher Seite verfügbar, aber es hapert immer noch an Auflagen. Es gibt neue Fragen, die noch nach Antworten suchen, was sich wiederum schwierig gestaltet, weil Mr. Maseleka mittlerweile seit einer guten Woche weg ist und auch noch nicht abzusehen ist, wann er zurückkommt. Er ist aber der einzige, der über die Kontaktdaten zu Interessenten aus der Vergangenheit verfügt, die es jetzt zu reaktivieren gilt. Da die Kommunikation sinnvollerweise größtenteils über Nyambulapi läuft, erfahren wir wenn überhaupt immer erst mit Verzögerung von Neuerungen und bis eine E-Mail beantwortet ist dauert es dann schonmal einige Tage. Trotzdem geht das ganze langsam seinen Weg. Wie realistisch das Endziel dabei bleibt ist mir aber im Moment unklar. Dafür gibt es noch zu viele offene Fragen und die finanzielle Situation lässt ebenfalls nicht den kleinsten Sprung zu. Im Moment zum Beispiel können wir in der Werkstatt nicht richtig arbeiten, weil keine Schweißelektroden mehr vorhanden sind, ohne die der Bau der Heater unmöglich ist. Unser Department hat kein Geld dafür. Nyambulapi hat jetzt bei der Schulverwaltung nach Geld gefragt. Bisher gibt es noch keine Antwort...

Rapha und ich uns eine Auszeit gegönnt und sind runtergefahren an den Lake Nyasa (Malawi See sollte man nicht sagen). Donnerstag war nämlich nationaler Feiertag und Freitag haben wir uns frei genommen. Wieder eine unvergesslich schöne Erfahrung. Wir haben uns in Kyela mit den beiden anderen Freiwilligen des südlichen Tansanias getroffen und sind gemeinsam in das verschlafene Örtchen Matema gefahren. Dort haben wir mal richtig entspannt und die Möglichkeit genutzt ausgiebig Doppelkopf zu spielen. Das aufregendste an dem Wochenende waren wohl die Fahrten inkl. neuem Dalla-Rekord: 19 Erwachsene in einem 9-Sitzer. Viele Fotos sind nicht entstanden. Hier ein kleiner Vorgeschmack. Für mehr möchte ich auf den Blog von Jan (obwohl Herforder) verweisen. (http://jankristen.blogspot.com/2010/10/matema-zum-zweiten.html) Generell eine gute Idee sich mal die Blogs von meinen Mitfreiwilligen anzuschauen. Zuweilen mindestens genauso interessant wie meiner.

So dann Feierabend für heute. Heute waren wir mit dem Chor in einer anderen Kirche an der anderen Seite der Stadt. Ganz schön viel Lauferei, aber wie jeder Schritt hier wieder mal lohnenswert. Auch wenn ich ehrlichgesagt nicht so aktiv im Chor bin. Wahrscheinlich ist das auch besser so. Rapha ist dafür umso regelmäßiger dabei. Ich ziehe da lieber den Fußball vor, wo dieses Wochenende die Saison begonnen hat. Aber mit der Hand heißt es erstmal wieder warten, das lernt man aber auch schnell. Ihr sollt aber nicht wieder so lange warten und hört bald wieder was von mir... Grüßt mir die erste Heimat!

Dienstag, 12. Oktober 2010

Kuzima Moto - Die Feuerprobe

zu Deutsch: Feuer löschen. Witziger weise habe ich diese Vokabel noch gestern Nachmittag in unserer täglichen Kiswahili Einheit gelernt. Sie war auf einer der vielen Vokabellisten, die wir mitgebracht haben und die jetzt so langsam alle ins Gedächtnis überwandern sollen. Ich dachte noch diese Vokabel ist bestimmt einer der weniger wichtigen Vokabeln. Getäuscht!


Gestern Abend sitzen Raphael und ich nichtsahnend draußen auf unser Dach, ein Platz den unsere Vorgänger uns als After-Work Platz empfohlen haben, um dort unsere unregelmäßige "aktuelle Stunde" abzuhalten, die wir dafür nutzen unsere Gedanken zu teilen und offen Kritik und Verbesserungsvorschläge zu äußern. Es ist so gegen 9 Uhr und wir schauen in den schönsten Sternenhimmel, ich habe sogar meine Kamera mit hochgenommen, um den ein oder anderen schönen Schnappschuss zu machen. Doch in eine Richtung war es komischerweise noch nicht dunkel. Ein kurzes Grübeln über die Himmelsrichtungen zeigt, dass es schon ungefähr Westen oder Nordwesten sein könnte, aber dass man die Reste des Sonnenlichtes noch um diese Zeit sieht schien uns sehr unwahrscheinlich. Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass Rauch hochsteigt und durch die Bäume sind sogar Flammen zu sehen. Es brennt! Schon fast nichts Besonderes mehr. Andauernd läuft man hier an schwarzen Landstücken vorbei und sowieso sind wir an den Geruch von Feuer mittlerweile gewöhnt, schließlich wird Feuer täglich zum Kochen oder zur Müllentsorgen auf tansanische Art genutzt. Aber diesmal ist es wirklich nah, vielleicht 200-300m Luftlinie und so klein scheint es auch nicht zu sein. Ehe der Entschluss steht sich das mal näher anzuschauen läutete auch schon die Kirchenglocke der Schule. Gottesdienst um diese Zeit ist eher ungewöhnlich und so ist gleich klar es war der Feueralarm. Schnell ist helle Aufregung auf dem Schulgelände und die Schüler marschierten in Richtung Feuer und wir sitzen auf unserem Dach, als Zuschauer. Noch.


Das Feuer noch von Weitem
Eine 500m lange Feuerwand
Natürlich ist jetzt unsere Neugierde geweckt. Ein bisschen bedenken habe ich schon, schließlich können wir das Feuer von unserem Dach aus sehen. Wir kraxeln vom Dach schnappen schnell noch zwei Taschenlampen und folgen dem Pulk. Wir müssen nicht weit gehen um die Ausmaße zu sehen. Eine Feuerwand von bestimmt 500m frießt sich durch das trockene Grasland und hat auch schon ein großes Stück an Land in schwarze Ebene verwandelt. Die Schüler bewaffnen sich mit ausgeriessenen kleinen Bäumen oder Stöckern und fangen an auf das Feuer einzuschlagen. Die Lehrer koordinieren und sogar Mr. Maseleka ist mit einem Baum ausgestattet ganz vorne mit dabei. Da ich ja auch noch die Kamera dabei habe kann ich auch schnell noch ein paar Bilder machen, bevor ich mich dann selber mit einem großen Stock bewaffne. Der Wind treibt das Feuer glücklicherweise von unserer Schule weg. Nichtsdestotrotz macht er uns teils echt zu schaffen. So lange er bläst können wir nur den Rückzug vom Feuer antreten. Sobald aber mal eine kleine Flaute ist rennen wir mit vielleicht 30 Leuten gleichzeitig unter Schlachtrufen auf das Feuer los und preschten so schnell drauf ein, wie wir nur können, um schnell wieder zu weichen, wenn der Wind wieder auffrischt. Dadurch verkürzen wir die Feuerwand immer weiter, bis wir das Feuer am Ende besiegen. Um ca. 1:00 ist die Löschaktion beendet. Eine Fläche von schätzungsweise über einem Quadratkilometer ist eingeebnet. Trotzdem hatten wir paradoxer Weise Spaß an der Löschaktion und auch die Schüler haben sich teilweise gefreut, andere versteckten sich im Gras um sich zu drücken oder sind gar nicht erst gekommen. Ich war noch skeptisch, ob das Feuer denn jetzt wirklich endgültig ausblieb, aber auch froh von der kräftezehrenden Aktion ins Bett zu kommen, zumal ich zuvor schon am Training teilgenommen habe, dessen Tempo ich noch nicht ganz teilen kann. Aber bis zum nächsten Morgen haben wir nichts mehr gehört.


Heute Morgen kämpften wir uns dann aus dem Bett und frühstückten. Die Kirche haben wir heute ausnahmsweise sausen lassen. Wir wollten schon zur Arbeit gehen, da erklang wieder die Glocke. Wieder stampften wir alle zusammen zum Feuer, heute aber wirklich alle. Das Feuer hatte sich doch nochmal wieder entfacht. Diesmal aber lange nicht so groß wie gestern. Und es war echt witzig zu sehen, wie vielleicht 70 Leute gleichzeitig auf die kleine Feuerwand eindreschen. In Nullkommanix war das Feuer aus. Wir schritten nochmal die gesamte Fläche ab um sicher zu gehen und haben seitdem nichts mehr vom Feuer gehört. Darüber hinaus ist heute dann aber auch nicht mehr viel passiert. Der Schulbetrieb war weitgehend lahmgelegt und es wurde sich erholt. So haben wir heute Morgen zusammen mit Nyambulapi noch E-Mails bearbeitet, heute Nachmittag bin ich dann beim Vokabeln lernen eingeschlafen, beim dem Part des Tages, wo ich gestern das erste Mal in Kontakt mit "kuzima moto - Feuer löschen" gekommen bin. Eine Vokabel, die ich so schnell nicht mehr vergessen werde.


Es heißt nächste Woche kommt der Regen. "Der Regen wird regnen", so die Ausdrucksweise. Dann hat sich das mit den Bränden erst mal wieder erledigt. Als ich heute Abend nochmal alleine über das schwarze Feld gelaufen bin und auch nochmal ein Foto geschossen habe war die Atmosphäre schon echt beeindruckend. Auf dem Rückweg habe ich schon das nächste kleinere Feuer gesehen. Diesmal aber nicht auf dem Schulgelände, zumindest hoffe ich das, denn jetzt bin ich erst mal müde und möchte heute früh ins Bett gehen. Es hat wohl auch nicht mehr viel gefehlt und die Armee von einer nahen Kaserne wäre ausgerückt um uns ebenfalls mit Stöckern bewaffnet bei den Löscharbeiten zu unterstützen. Das hätte ich doch ganz gerne gesehen. Im Nachhinein mache ich mir aber jetzt nicht so große Sorgen, dass uns hier was passieren kann, denn das Feuer hat nur das Grasland niedergebrannt. Die Bäume sind stehen geblieben. Und da das Schulgelände von vielen Bäumen umrandet ist, die allesamt noch schön grün sind und zwischen denen kein Gras steht kommt das Feuer wohl so schnell nicht zu uns.

Den Sternenhimmel habe ich auch noch versucht einzufangen. In seiner vollen Schönheit ist dies aber wohl unmöglich. Außerdem gibt's ein paar neue Fotos in meinem Mafinga-Fotoalbum.


Mittwoch, 6. Oktober 2010

Der Weiße rennt…


 vorweg: heute gibt es viel zu meiner Arbeit, wen das nicht so interessiert, der kann einfach drumherum lesen. Der Teil ist makiert.

…warum? So oder so ähnlich könnten die Gedanken einiger Tansanier lauten, wenn Raphael und ich mal wieder nach getaner Arbeit unsere Turnschuhe schnüren und uns wieder eine andere Himmelsrichtung aussuchen, die wir laufend erkunden wollen. Die fragenden Gesichter zeigen Verwunderung und die Blicke folgen uns meistens noch viele Meter. Witzig wird es, wenn sich eine Horde Kinder kurzerhand lachend und neugierig den beiden Weißen bei ihrer Freizeitbeschäftigung anschließt, ernüchternd, wenn wir realisieren, dass auch nach mehreren hundert Metern die Kinder noch quietsch fiedel neben uns her laufen, wo wir schon schnaufen und schwitzen. Die einzige Ausrede ist für unser Ego die Höhe mit ca. 1800m MSL, die uns zwar die lästigen Mücken vom Leib hält, aber bei sportlichen Aktivitäten ungewohnt ist. Trotz der Anstrengung überwiegt aber die Faszination, die von unserem Umfeld ausgeht. Wir laufen durch ein kleines Dorf. Hier gibt es keinen Stromanschluss mehr. Die Lehmhäuser werden weniger und um uns herum erstrecken sich leichte Gebirgszüge. Ein „Wazungu“-Ruf schallt von einem der kleinen Felder, wo immer Leute fleißig sind. Die Umgebung ist trocken, aber trotzdem geht von ihr eine gewaltige Faszination aus. Es stehen immer wieder grüne riesige Bäume in der Landschaft, die auf eine Jahrhunderte lange Geschichte zurückblicken lassen und zum Klettern einladen. Ob sie wohl schon mal einen Weißen gesehen haben? Doch irgendwann ist der Punkt gekommen. Die Sonne steht tief und wir müssen wieder zurück, denn ist sie erst mal untergegangen haben wir nur noch den unglaublichen Sternenhimmel. Keine Ahnung wo wir sind, also bleibt uns nur den gleichen Weg zurückzulaufen. Die Orientierung ist schwer in einer Umgebung in der für uns alles so gleich und doch so anders aussieht, wo wir doch an Häuser und Straßen gewöhnt sind. Wieder Zuhause angekommen kommt der Atem langsam wieder. Noch etwas Essen, vielleicht ein wenig Vokabeln lernen und noch einen gemeinsamen Film zum Ausklang des Abends, dann kommt auch schon das Bett. Ein letzter Gedanke an den Tag zeigt: Hier bin ich gerne!



Nachwuchs
Mittlerweile sind wir schon in unserer dritten Woche in Mafinga. In unserem Haus haben wir uns schon eingerichtet und unsere kleine Farm nimmt Konturen an. Denn seit meinem Geburtstag sind wir Besitzer zweier kleiner Schweine. Zwei kleine Eber namens Mr. M und Mr. L (Die Namen sind aus personenschutzrechtlichen Gründen zensiert).  Allein schon das Besorgen des Futters für die beiden wäre ein Geschichte wert. Die Geschichte erspare ich euch aber heute. Außerdem sind wir letzte Woche auch Eltern von 8 Küken geworden. Selbst der Basilikum und die Tomaten, die wir in aufgeschnittene Wasserflaschen gesät haben keimen schon. Sobald die Regenzeit kommt sollen dann auch unsere Felder, die um unser Haus herum liegen, bearbeitet werden. Gestern hat mir Matthew die Unterkunft der Schüler gezeigt. Er wohnt in einem Zimmer mit 3 anderen Schülern. Das ist schon ein echter Luxus hier. Die meisten anderen Schüler schlafen in einem großen Schlafsaal. Es bedarf auch keiner Schränke, da das gesamte Hab und Gut in einer kleinen Tasche neben dem Bett ist.
Das hat mir mal wieder gezeigt, wie sehr wir uns in unserem Haus von den Schülern abheben. Das ist schon ein wenig schade, dass wir das Vorurteil des reichen Weißen ohne Einschränkungen bestätigen, aber es entspricht einfach der Wahrheit, wir isnd extrem reich und können uns hier mit unseren 150€, die wir monatlich zu Verfügung haben einfach ein ganz anderes Leben leisten.

-HIER KOMMT DER LANGE TEIL ZU MEINER AKTUELLEN ARBEIT, WER KEINE LUST HAT EINFACH SKIPPEN UND UNTEN WEITERLESEN-

Außerdem kehrt jetzt auch so langsam wieder Leben in die Schule ein. Seit Montag letzter Woche sind die Ferien beendet und jeden Tag kehren mehr und mehr Schüler zurück. Es heißt jetzt ist ca. ein Drittel der Schüler zurück. Der Rest kratzt noch das Geld für die Schulgebühren zusammen. Die letzte Woche haben wir damit verbracht in der Werkstatt des Renewable Energy Departments zu arbeiten und die Abläufe dort kennenzulernen. Am Ende der Woche waren wir dann auch so weit, dass wir beim Schweißen der Solarheater mithelfen konnten. Unsere Schweißnähte gewinnen zwar noch keinen Schönheitswettbewerb, aber sie erfüllen ihren Zweck. Außerdem ist es für Kisukuli immer ein Spaß seine Schweißnähte mit unseren zu vergleichen. So ganz glücklich sind wir aber mit unserer Arbeit noch nicht. So sind wir die meiste Zeit leider doch noch unfreiwillige Zuschauer, da es an Werkzeug, Material und auch noch am Know-How mangelt um richtig arbeiten zu können. Außerdem sind wir ja auch nicht gekommen um in funktionierende Abläufe einzusteigen, sondern da anzufassen, wo die Dinge noch nicht so gut laufen. So haben wir mit Nyambulapi auch vereinbart, dass wir die Nachmittage dafür nutzen Kiswahili zu lernen. Und mittlerweile spielt sich hier auch schon eine Routine ein und es gibt jeden Tag mehr zu tun. Im Moment arbeiten wir eigenständig an unserem ersten Solartankheater.

Mr. Maseleka war auch zurück und so hatten wir am Montag letzter Woche direkt morgens ein Gespräch zur Arbeit des RE-Departments. Dazu haben wir uns dann mit Nyambulapi und Kisukuli bei Mr. Maseleka im Büro getroffen. Die Besprechung war zwar komplett auf Kiswahili und deshalb für uns noch nicht bis ins letzte Detail verständlich, aber die Hauptaufgaben haben wir schon verstanden und im Nachhinein auch nochmals mit Nyambulapi besprochen, um uns wirklich sicher sein zu können. Es gibt viele Aufgaben für das RE Department, bei denen wir prinzipiell mithelfen können. Das Hauptziel für dieses Jahr ist es nun endlich nach 3 Jahren Durststrecke die Produktion der Windgeneratoren voranzutreiben und 10 Windräder zu bauen und aufzustellen. Nach alledem was ich davon bisher gehört hatte war ich schon sehr skeptisch, als ich das erste Mal noch in Dar von diesem Ziel gehört habe und bin auch immer noch nicht komplett überzeugt. Aber trotzdem war ich überrascht über die Initiative, die Mr. Maseleka jetzt ergriffen hat, ohne den hier kein Projekt zu verwirklichen ist. Er hat die Kommunikation mit der DTP aufgebaut und um einen Kredit gebeten, von dem Magneten für die Windgeneratoren gekauft werden sollen. Nach allen Erfahrungen mit der Schule hat die DTP einige Auflagen gestellt, die helfen sollen, dass das Geld auch sinnvoll genutzt wird und innerhalb von einem Jahr den Weg zurück zur DTP findet. Dazu gehört eine genaue Kostenkalkulation der gesamten Windgeneratoren, ein Arbeitsplan, der zeigt, wann was von wem gebaut wird und nicht zuletzt eine Kopie der Bestellung mit den exakten Angaben zu den Magneten, da in den vergangen Jahren auch schon mal ein riesen Paket mit den falschen Magneten gekommen ist.

Mr. Maseleka hat Nyambulapi die Aufgabe gegeben die Auflagen schnellstmöglich zu erfüllen und diesen Vorbereitungen höchste Priorität eingeräumt, sodass Nyambulapi noch am Montag mit uns beiden angefangen hat eine genaue Kostenkalkulation aufzustellen. Nach dem Seminar war es für uns kein Problem mehr eine genaue Kostenaufstellung zu machen, die am Ende sehr detailliert  wurde und schon einen kleinen Businessplan beinhaltet. Am Dienstagabend noch hat Mr. Maseleka dann die Kostenkalkulation zur DTP geschickt. Seitdem gab es leider ein wenig Leerlauf, bevor wir dann vorgestern Abend noch bis spät zusammen mit Kisukuli und Nyambulapi am Arbeitsplan gearbeitet haben.  Noch ist er nicht fertig. Aber die Zusammenarbeit dazu ist sehr konstruktiv und ideenreich, wobei es viele Probleme zu lösen und zu berücksichtigen gibt. Ich sehe kein Problem 10 Generatoren in einem Jahr zu bauen, wenn (!) das Material vorhanden ist, denn das Knowhow und das handwerklich Geschick sind vorhanden. Vielmehr die Organisation rund um den Bau bedarf genauer Planung. So haben wir uns vorgestern einige Wege einfallen lassen, wie wir das Material für die ersten Turbinen auftreiben können, damit wir nicht immer nur von der Hand in den Mund leben, denn Material für ein Generator ist wohl größtenteils an der Schule vorhanden. Aber um wirklich 10 Generatoren in einem Jahr produzieren zu können ist es nicht möglich nach der Fertigstellung der ersten Turbine auf die Installation und die Bezahlung zu warten, bevor wir Material für den zweiten Generator kaufen können um mit dem Bau zu beginnen. Dadurch würde zu viel Leerlauf entstehen und der Zeitplan könnte nicht eingehalten werden. Ein großes Problem ist deshalb die aktuelle finanzielle Lage der Schule, die nachdem sie jetzt einen Kredit von 2007 zurückzahlen musste weder Lehrkräfte bezahlen kann, noch Geld für die Departments hat, von dem wir Material vorstrecken könnten. Eine unvorstellbare Lage, dass die Lehrer im Moment alle hier unbezahlt arbeiten und das ist nicht das erste Mal. Deshalb versucht die Schule im Moment Bäume zu verkaufen, um wieder an finanzielle Mittel zu gelangen. Außerdem müssen natürlich auch noch die Installation der Anlagen und der Bau der dazugehörigen Elektronik mit in unsere Arbeitsplanung einbezogen werden.

Und dies alles sind Auflagen, die wir für den Magnetenkredit erfüllen müssen. Aber warum eigentlich dieses Aufhebens um die Magneten? Das Problem ist, dass die Magneten in Tansania nicht erhältlich sind und zudem relativ teuer sind. Deshalb haperte es in den letzten drei Jahren meist an der Verfügbarkeit der Magneten, weshalb keine neuen Generatoren mehr gebaut werden konnten. Die aktuelle Bestellung soll ein Volumen von ca. 2500€ betragen. Die Summe ist für die Verhältnisse hier unglaublich hoch, ist aber durchaus sinnvoll, da die Transportkosten hoch sind und zudem so für den Bau einiger Generatoren gesorgt werden kann. Alle anderen Bauteile sind in Tansania und meist auch in der näheren Umgebung auch in kleinsten Mengen erhältlich, denn der Trend hier geht nicht zur großen Lagerhaltung, da meist keine großen Geldbeträge auf einmal vorhanden sind. Trotzdem wäre es im Bezug auf die Magneten für die letzten Jahrgänge ein kleines gewesen die Magneten beispielsweise aus Deutschland zu besorgen. Dieses wurde aber mit Absicht nicht gemacht, da die Eigenverantwortung der Schule gestärkt werden soll. Deshalb ist es umso toller, dass sich nach dem ganzen Leerlauf jetzt endlich selbstständig um die Magneten gekümmert wird.

Und auch die Auflagen sind wirklich sinnvoll. Ich habe das Gefühl, dass vorher noch nie eine Art Arbeitsplan erstellt wurde und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass kein so detaillierter Plan erstellt worden wäre ohne Druck der DTP. So sehen wir aber genau, was organisatorisch alles notwendig ist um diesen ambitionierten Plan durchzuführen und auch Nyambulapi und Kisukuli finden Gefallen an einer gewissen Ordnung in der Arbeit, zumal die beiden selber durch das lahme Management der Schule müde sind und sich offensichtlich freuen, dass was passiert.

So jetzt habe ich aber eine Menge zur aktuellen Arbeitslage geschrieben. Wie es genau weitergeht mag ich jetzt aber noch nicht einschätzen. Ich denke mir es könnte alles so einfach sein. Ist es aber nicht. Hier ist es einfach viel schwieriger viele Dinge zu verwirklichen. Es gibt einfach so viele erschwerende Faktoren, die die Arbeit so sehr verlängern können. Manchmal ist es ein Bohrer M10, der einfach nicht auffindbar oder verfügbar ist, aber unbedingt gebraucht wird. Dann bin ich aber auch oftmals wieder erstaunt, wie gut improvisiert werden kann und wie viele Ideen dafür da sind, wie man Dinge günstiger lösen kann, als wir es z.B. beim Seminar gemacht haben. Ich denke ich muss euch schnell mal ein paar Bilder von unserer aktuellen Werkstatt schicken, damit ihr mal sehen könnt, wo wir arbeiten. Auch schon mal generell ein Versprechen dafür, dass ich mich jetzt mal dran mache ein paar Bilder von der bezaubernden Umgebung hier zu schießen.

-ENDE DES ARBEITSTEILS-

Ansonsten komme ich im Moment auch kaum dazu mich mal an meinen Laptop zu setzen um einen Blogeintrag zu verfassen. Auch viele der Mails die ich fast jeden Tag bekomme brauchen ihre Zeit, bis sie eine Antwort bekommen. Ich hoffe ihr habt Verständnis dafür. Wir sind jetzt auch angefangen hier Fußball zu spielen. Es macht auf jeden Fall riesen Spaß sich hier unter die Leute zu mischen.  Und auch für die meisten Schüler hier ist es ein Spaß mit uns zu spielen. Wenn man mal über den Ball haut gibt es gleich was zu lachen für alle. Das macht menschlich und mit ein wenig Selbstironie haben alle ihren Spaß. Gestern waren wir auch das erste Mal bei einer Chorprobe. Wer mich kennt, weiß über meine Sangeskünste Bescheid, trotzdem wurde mir versichert ich werde es bald können. Ich bin noch skeptisch. Trotzdem ist auch das ein Spaß und beeindruckend schön, solange ich meinen Mund zu lasse.

Ach ja vorletztes Wochenende waren wir noch in Iringa, der nächstgrößeren Stadt und haben einen geschichtsträchtigen Felsen erklommen, von dem aus wir einen tollen Ausblick über die Stadt hatten. Hier mal einfach ein Foto dazu.  Die Geschichte besagt, dass das Oberhaupt der Hehe hier viel meditiert hat. Die meisten Menschen hier gehören zum Stamm der Hehe. Die Stämme spielen immer noch eine Rolle und jeder Stamm hat noch seine eigene Sprache, wobei Kiswahili von jedem gesprochen wird. Es gibt sehr viele Stämme in Tansania. Über 50, wenn ich mich richtig erinnere. Auch ich wurde schon Mal nach meinem Stamm gefragt. Und da ich irgendeinem Stamm angehören musste war ich in einem Fall einfach ein Ostwestfale.  Auf die Frage wie Kioswestfälisch geht, also die Sprache der Ostwestfalen konnte ich nur mit "Wat?" antworten. Iringa wurde übrigens von den Deutschen aufgebaut, während die Hehe einen Aufstand versucht haben, um von hier aus agieren zu können. Heute haben die Hehe die Stadt aber doch eingenommen. Außerdem habe ich auf meiner Blogseite noch ein paar Fotos von unserem Haus und ein paar schöne Eindrücke sogar von Dar hochgeladen.

So jetzt habt ihr es geschafft. Ich habe jetzt schon ein paar Hinweise mehr bekommen, meine Einträge seien zu lang und das sehe ich ja auch ein. Aber im Moment passiert einfach so viel und ich möchte einfach so viel teilen wie ich kann.

Mittwoch, 22. September 2010

Ende gut, alles gut...

…das jetzt schon nach meinem ersten Monat in Tansania. Ja, zumindest im Bezug auf meine Busreise nach Mafinga. Nachdem wir den ersten Monat nun in Dar es Salaam verbracht haben und den Bau der Hugh-Piggott Turbine verstanden und praktiziert haben ging es nämlich am letzten Samstag endlich raus aus Dar es Salaam, der Stadt in der ich auf Dauer wohl lieber nicht wohnen würde. Am Ende des Seminars waren noch Presse und hochranginge Mitglieder von Regierungsbehörden zugegen. Außerdem wurden wir alle mit einem Zertifikat ausgezeichnet und haben unser 2. Windrad offiziell gestartet. Das dritte Windrad ist leider nicht mehr fertig geworden.

Aber nun erst mal zur Busreise. Ich hätte mir vorher nicht vorstellen können, dass an einem Tag so viele Dinge schief gehen können, aber es geht! Am Morgen wollten wir früh aufstehen und um spätestens 6 Uhr beim Überlandbusstand in Ubungo sein. Raphael und ich haben den Abend vorher noch mit anderen Seminarteilnehmern genutzt um das Seminarende zu zelebrieren, nichtsdestotrotz waren wir nach nächtlicher Packaktion pünktlich abfahrbereit. Aber das bestellte Taxi kam nicht und auch Nyambulapi und Kisukuli waren irgendwie nicht um die versprochene Uhrzeit da. Die beiden hatten nämlich verschlafen, was für die beiden absolut ungewöhnlich ist, da sie uns beim Seminar immer angetrieben haben. Zudem hatte das Taxi einen Unfall, weshalb wir uns dann ein anderes organisieren mussten. Wir kamen also erst um kurz nach 7 Uhr los und verabschiedeten uns von Carlotta und Lenny, die uns den ganzen Monat in ihrem Haus ausgehalten haben. Nach einem kleinen Stau kamen wir dann auch noch kurz vor 8 Uhr am Busstand an. Wir haben dann Nyambulapi die Organisation eines Busses überlassen. Nach ein wenig hin und zurück mit dem ganzen Gepäck hatten wir dann auch einen Bus mit der vielversprechenden Aufschrift „Mafinga Express“ gefunden. Pure Ironie, wenn man auf die Fahrt schaut, aber auch der Bus war im Vergleich zu den anderen Bussen auf jeden Fall einer der am wenigsten vertrauenswürdigen. Nachdem wir Nyambu darauf hingewiesen haben meinte er um diese Uhrzeit gäbe es kaum noch Auswahl. Na gut, los gings. Wir verließen Dar es Salaam und freuten uns nachdem die Häuser um uns rar wurden. In Morongoro, dem nächsten größeren Ort war dann aber Zwangspause angesagt. Über eine Stunde standen wir rum, während am Bus rumgeschraubt wurde. Dann ging es weiter, aber nicht lange. Nach 500m standen wir erneut, nun länger. Es wurde geschraubt, beraten und Köpfe geschüttelt, bestimmt 5 Stück, so groß war nämlich die Busbesatzung. Als wir es schon gar nicht mehr für möglich hielten ging es weiter. Diesmal auch ein ganzes Stück, es war aber auch schon Nachmittag und wir hatten noch gut 2/3 der 600 Km langen Reise vor uns. Es ging durch den Mikumi Nationalpark, in dem Rapha und ich unsere Augen ganz besonders aufgesperrt haben und waren wirklich erstaunt, wie viele Tiere wir zu Gesicht bekamen: Giraffen, Gnus, Gazellen, Zebras und eine Menge Affen direkt an der Straße. Die Tiere waren alle sehr nah an der Straße und gut zu sehen, auch wenn wir mit dem Bus immer schnell dran vorbei gefahren sind. Unser Sitznachbar hat uns dann auch immer erklärt, wie die Tiere heißen und einige Infos gegeben. Also nochmal ein echtes Highlight, der die Fahrt verträglicher gestaltet hat. Wir glaubten auch schon daran anzukommen, als in Iringa, 75 Km vor Mafinga der Bus bei einem Anstieg wieder einmal versagt hat. So kurz vorm Ziel hieß es auch von der Besatzung hier ist Schluss für heute, wir kümmern uns um einen Ersatzbus. Nach kurzen Tüfteleien ging es dann aber immerhin noch bis zum Busstand in Iringa. Noch waren wir aber im Ungewissen, doch tatsächlich kam noch ein anderer Bus und es hieß umsteigen. Dieser brachte uns dann auch wie versprochen bis nach Mafinga, aber insgesamt keine Spur von Express. Etwas ermüdet wurden wir auch schon von Mr. Maseleka dem Direktor des MLVTC empfangen. Im Schuljeep ging es Richtung Schule, die nicht mehr weit entfernt ist. Aber wie es an so einem Tag ist, streikt natürlich auch noch das Auto beim Schlussanstieg zur Schule. Es ging also rückwärts wieder runter. Der Motor wurde nochmal angeschmissen und mit Vollgas klappte der zweite Versuch und wir erreichten unser Haus um 11 Uhr, ca. 7 Std. später als ursprünglich geplant, aber immerhin waren wir hier, was ich zwischenzeitlich schon nicht mehr für möglich gehalten habe. Bei Nyambulapi bekamen wir noch etwas Zuessen und anschließend schliefen Rapha und ich das erste Mal nach drei Wochen wieder in getrennten Betten, in getrennten Zimmern mit eigener Tür.

Zu Mafinga: Auf der Fahrt in dem klapprigen Bus ist uns schon aufgefallen, dass es immer kälter wurde, je näher wir Mafinga kamen und tatsächlich ist es hier Nachts richtig kalt im Vergleich zu Dar, da wir hier sehr hoch liegen. Ich schätze Nachts erreichen wir die 10 °C Marke und dementsprechend haben wir bei der Anreise auch gefroren. Tagsüber ist die Sonne aber gefühlt noch intensiver und es wird angenehm warm. Unser Haus ist der pure Luxus und hat einen komplett neuen Anstrich bekommen. 4 Schlafzimmer, Küche, zwei Badezimmer/Toiletten, Abstellraum, ein riesen Wohnzimmer mit Kamin (siehe Bild), Terrasse, draußen Ställe für Tiere, eine kleine Werkstatt und genug Platz um sich gärtnertechnisch auszulassen. Ein echter kleiner Bauernhof. Unser Haus steht auf dem großen Schulgelände in der „Lehrersiedlung“ und hebt sich von allen anderen Häusern ab. Nyambulapi, der direkt neben uns wohnt, wohnt im Vergleich schon sehr bescheiden. Ich finde es schade, dass wir uns so offensichtlich hier noch mehr abheben, als wir es ohnehin schon tun, aber es ist natürlich auch schön so viel Platz zu haben. Das Haus ist natürlich auch komplett möbliert. Wir wollen ähnlich wie unsere Vorgänger die Möglichkeiten hier nutzen und unsere kleine Farm eröffnen. Die ersten Samen sind schon in kleine Töpfe gewandert und wir hoffen auf Erfolg. Tiere sollen auch bald folgen. Fotos habe ich bisher noch nicht gemacht, folgen aber in den nächsten Tagen und werden dann hochgeladen, falls das langsame Internet hier den Transfer zulässt.

Zur Arbeit: Heute war unser dritter richtiger Arbeitstag. Am ersten Tag hat uns Nyambulapi erst mal ein wenig herumgeführt und die Schule gezeigt, die Schüler in verschiedenen handwerklichen Berufen ausbildet. Ansonsten sind wir im Moment hauptsächlich dabei das Schweißen zu erlernen und haben auch schon große Kunstwerke damit vollbracht (siehe rechts, wer errät was es ist hat gewonnen). Auf diesem Wege lernen wir auch schon mal ein wenig die Abläufe in der kleinen Werkstatt kennen, die eher mit einer
chaotischen Hobbywerkstatt zu vergleichen ist. Die Schüler sind im Moment in den Ferien, weshalb wir genug Platz haben und Nyambulapi und Kisukuli arbeiten an 7 Solarheatern, die schon verkauft sind. Sobald unsere Schweißfähigkeiten ausreichend sind, dürfen wir mithelfen und ich denke mittlerweile sind wir schon gar nicht schlecht. Aber eigentlich ist dies natürlich nicht das was ich hauptsächlich hier tun will, schließlich sind dies Aufgaben, die genauso gut von Tansaniern erledigt werden können. Ich sehe das im Moment als Einarbeitszeit. Außerdem ist Mr. Maseleka am Morgen nach unserer Anreise geschäftlich nach Dar gereist. Sobald er zurück ist, möchten wir mit ihm mal ein ausführliches Gespräch über unser Jahr hier führen. Darüber, wie seine Pläne sind, wie unsere Gedanken sind und was alles notwendig ist, damit eine gute Zusammenarbeit folgen kann. Denn wir haben jetzt das Wissen um die Windräder zu bauen, jetzt fehlt aber noch die organisatorische Seite, um Material zu finanzieren, Standorte zu bestimmen und Windräder zu vermarkten. Trotzdem ist bei alledem eine große Portion Fingerspitzengefühl gefragt, um keine Türen zu verschließen. Außerdem habe ich das Thema Chargecontroller ein wenig zu meinem Thema gemacht. Der Chargecontroller ist ein wichtiger Bestandteil des gesamten Systems, der dafür verantwortlich ist, dass die Batterie nicht durch Überladung, oder zu starker Entladung zu Schaden kommt. Leider gibt es dafür bisher noch keine kosteneffiziente und funktionierende Lösung trotz bisheriger Anstrengungen. Ich denke, dass es sich dabei noch um einen Knackpunkt zum Thema Nachhaltigkeit handelt, da die Batterien im Budget für das gesamte System einen sehr großen Anteil ausmachen und deshalb geschützt werden müssen. Im Moment bin ich dabei Informationen zum Bau zu sammeln und habe auch einen kompetenten Ansprechpartner vom Seminar, der mir seine Hilfe angeboten hat. Außerdem möchte ich mich noch mit Nyambulapi dazu auseinander setzen, der bei einer ersten Anfrage aber noch nicht so begeistert geklungen hat. Ihr seht also unsere Arbeit hier muss sich erst noch finden, bzw. wir müssen sie finden. Vielleicht gibt es im Gespräch mit Maseleka noch etwas mehr Klarheit, der auch schon angedeutet hat, dass wir einige Villagepresentations zum Thema Solar durchführen sollen. Tendenziell gibt es also genug Ziele, die dieses Jahr erreicht werden sollen. Wir sind auf jeden Fall motiviert, auch wenn im Moment noch in unserer Eingewöhnungsphase.

Heute waren wir das zweite Mal in der Stadt, die etwa 45 min. Fußmarsch von unserem Haus entfernt ist. In der Stadt gibt es eigentlich alles, was man zum guten Leben braucht. Außerdem gehen wir im Moment jeden Morgen in die Kirche der Schule, was mir bisher auch noch Spaß bereitet. Es ist eine gute Übung für unser Kiswahili, eine gute Möglichkeit wach zu werden und über den Tag nachzudenken und zu zeigen, dass wir am Leben teilnehmen wollen. Ob wir das so strikt weiterführen weiß ich aber jetzt noch nicht. Übertreiben sollte man es aber auch nicht. Am Montag haben wir auch unsere Haushälterin Hepi kennengelernt, die noch einen sehr schüchternen Eindruck macht. Ich habe auch das Gefühl, dass sie mit uns zwei gar nicht genug Arbeit für ihre Arbeitszeit hat, aber gerne ihre Zeit in unserem Haus verbringt.

Also wie ihr seht, Ende gut, alles gut. Die lange Busfahrt hat sich gelohnt. Mafinga und Umgebung sind wunderschön, vor allem ruhig und die Luft ist klar und riecht gut. Wir müssen uns zwar im Moment noch einfinden, aber ich denke es gibt auf jeden Fall genug Baustellen, die man angehen kann. Morgen ist erst mal mein Geburtstag, den wir dann mit unseren ersten Bekanntschaften mit einer Soda in unserem Haus feiern werden. Das nächste mal gibt’s ein paar Fotos mehr, außerdem habe ich die Seminarfotos geupdatet. Am Wochenende geht es nach Iringa.